Freitag, 23. Februar 2018

Der Haselstrauch träumt einen weißen Traum


So viel Schnee - dabei hatte ich mich vor 2 Wochen schon auf Frühling eingestellt. Aber schön ist es trotzdem.

Wovon unser Haselstrauch jetzt wohl gerade träumt?


Donnerstag, 8. Februar 2018

Kitchen-Memories: Wie ich zum Koch-Hippie wurde...




Ich gehörte noch zu der Generation in deren Kindheit im Haushalt Mikrowellen-Küche und Tupperware absolut im Trend waren. Bei uns Zuhause lagen immer die Kataloge unterschiedlicher Tiefkühlkosthersteller rum. Es gab viel Gemüse in Dosen und die Tiefkühltruhe war so groß wie ein ganzer Vorratsschrank. Richtig gekocht wurde unter der Woche fast nie, meist nur aufgetaut. Wir waren ein 4 Generationen-Haus. Es musste schnell gehen für alle, Zeit für Genuss war meist nur an den Feiertagen.

Irgendwie war es schon erschreckend, dass es in anderen Haushalten nicht anders ausgesehen hat. Wer noch an Ofen und Herd werkelte, galt als Altmodisch. Die Mikrowelle war einfach das Must-have schlechthin.

Irgendwie kommt der Trend zum Küchenwundergerät ja jetzt wieder, nachdem alle modernen Hausfrauen mit einem Multifunktionskocher im Wert von mehreren Tausend Euro ihre Mahlzeiten zubereiten, bleibt der Herd auch kalt. 

Und irgendwie schwärmte meine Generation niemals von der Küche unserer Mütter. Nein, wir schwärmten und der typischen Großmutter-Küche. Da kochte frau noch traditionell. Klaro, gab ja nix anderes. Hätte sie eine Alternative gehabt, wäre das auch anders gewesen. Kochen für so viele Personen ist auch Arbeit.

Und das mochte ich am Liebsten?
Fein gekochte Kartoffeln mit Spinat und Spiegelei. Das sind bis heute meine absoluten Favorites.

Vollkorn war Hippie-Food

Die Elternhäuser, die ihre armen Kinder zwangen Vollkornkost zu futtern, waren als typische Hippie-Familien verschrien.

In der Schule tauschten wir heimlich unsere Pausenbrote mit den "Hippie-Kids", wir waren neugierig, die anderen dankbar.

Um ehrlich zu sein, schmeckten diese Vollkorn-Verbrechen überhaupt nicht, denn irgendwie war es damals Trend ganze Getreidekörner irgendwie zu verpantschen. Und leider hatten hatten die Öko-Muttis zum Teil keine Ahnung, wie man mit Vollkorn richtig backt und kocht. Das war dann so schwer verdaulich, dass man das Gefühl hatte man würde Backsteine sch.... ähm, ihr wisst schon, was ich meine.

Viele dieser Alternativen haben nach einer gewissen Zeit auch wieder ihre Küche umgestellt. Zum einen weil Reformhauskost unglaublich teuer war (und immer noch ist) und weil die ganze Familie Magenprobleme hatte. 


Was der Lehrplan hergibt, das wird auch gekocht - aber bloß nicht alternativ


Weiter ging es in der Schule. Ich darf mich noch zur Generation Hauswirtschaft zählen. Das heißt, ich hatte tatsächlich noch Hauswirtschaft als Unterrichts- und Prüfungsfach.

Damals waren die Lehrer tatsächlich der Meinung, dass wenn man nicht gut in Mathe war, dass man keine zweite Sprache lernen durfte - und so wurde ich in das Hauswirtschaftsfach gesteckt, anstatt in Französisch zu gehen.

Der Lehrplan war veraltet, auch wenn das Fach dann 2 Jahre später in "Mensch und Umwelt" umbenannt wurde.

Vollkorn war dort ebenfalls nicht im Lehrplan vorgesehen. Ernährungspyramide war zwar gegeben, aber den wirklichen Umgang mit Zutaten, Gewürzen, das Kombinieren von Speisen, das war überhaupt nicht vorgesehen. Gesunde Ernährung war zwar immer im Lehrbuch, doch der Lehrplan war Weißmehl- und Fleischlastig.

Ich empfand das Ganze als ganz furchtbar eintönig und die extreme Einschränkungen der eigenen Kreativität in der Küche nahmen dem ganzen schlicht die Freude und den Spaß.

Stressig war die Prüfung, die ähnlich einer professionellen Kochprüfung in einem Gourmet-Restaurant ablief- mir kam das damals zumindest so vor. Es hat mich furchtbar gestresst. Ich durfte alle bisher gekochten Rezepte auswendig lernen und musste sie zuhause nachkochen und mir einprägen. Sehr zur Freude oder zum Leid meiner Familie zuhause. Am Prüfungstag entschied das Los dann über das Rezept was ich kochen sollte. Es war der blanke Horror.

Und ich hatte tatsächlich auf meinem Zettel stehen:
Zwiebel-Bohnensalat als Vorspeise und als Hauptspeise süße Windbeutel mit Milchcremefüllung.

Das wurde tatsächlich als Menü vorgegeben, was von den Prüfern auch in Kombination verkostet wurde.

Die Prüfungs-Rezepte hatte meine Lehrerin selbst zusammengestellt. Ich denke, ich muss euch nicht sagen, dass diese Kombination das Ekligste war, was ich jemals gezwungen war zu kochen. Es war sozusagen der Supergau aller Speisen-Kombis.

Mein Kochergebnis war zufriedenstellend, vor allem die Windbeutel waren damals für mich kniffelig, da habe ich ziemlich geschwitzt. Der Bohnensalat war Routine, viel falsch machen konnte man an Dosenbohnen mit Zwiebel und Essig nicht wirklich.

Aber ich wurde hauptsächlich an der Verkostung gemessen. Das war mein Untergang. So eklig die Kombination war, genauso eklig schmeckte es auch. Und so niederschmetternd war die Note.

Aber so ist das nun mal. Kochen nach Lehrplan. Und für mich war nach der Schule klar: ich hasste das Kochen und ich hatte kein Talent dafür.

Aber aus irgendeinem Grund behielt ich unser damaliges Kochlehrbuch. Das hätte mir zu denken geben müssen....


Und so wurde ein Koch-Hippie geboren...

Meine Abneigung gegen das Kochen wurde Jahre später von meiner Neugier überrannt. Ich reiste viel, kam mit unterschiedlicher fremdländischer Küche in Kontakt und kaufte auf einmal Kochbücher.

Das wäre mir Jahre vorher niemals nie nicht im Traum eingefallen. Ich begann mit dem Backen und interessierte mich vermehrt für Traditionsküche und altem Handwerk. Das Internet tat sein Übriges und meine Neugier wuchs mehr und mehr.

Mit der Geburt meines Sohnes hat sich dann viel verändert. Plötzlich Mama war ich anders in der Küche gefordert und ich begann endlich richtig zu kochen - und zwar so, wie ich mir das vorstellte  - und es war toll.

Ein Koch-Hippie wurde geboren...

Ich liebe Vollkorn, ich liebe Gewürze und ich liebe verrückte Kombinationen. Ich liebe fremdländische Küche. Aber alles mit Respekt zum Lebensmittel - und zum Wohle aller Mitesser. Und Kochen soll Spaß machen.

Natürlich sind fails immer vorprogrammiert, die sind auch absolut notwendig, sonst gibt es keine Weiterentwicklung. Deswegen kann es schon sein, dass ich eine Kochidee verwirkliche, meine Familie aber sagt, dass es nicht deren Geschmack ist. So kann es passieren.

Ich müsste lügen, wenn ich manchmal nicht doch etwas enttäuscht wäre, aber danach geht´s munter weiter.

Bei uns Zuhause zelebrieren wir das Kochen immer als Entdeckungsreise. Mein Mann findet was und probiert aus, ich finde dazu noch was Passendes und wir können unsere Idee sammeln und erweitern.
Das macht uns unglaublich viel Spaß und am Liebsten plaudern wir über´s Essen.

Wir sind eben Koch-Hippies durch und durch... Peace, Leute!

Und Du? Bist Du auch schon ein happy Koch-Hippie?

pic von marinabh, fotolia

Sonntag, 4. Februar 2018

Einfach schön...


Einfach schön ist es, wenn man morgens aufwacht und zum Fenster rausschaut und so einen Ausblick hat.

Einmal auf das Bild klicken, dann wir des groß und Du kannst mit mir zusammen den Ausblick genießen.

Wie froh bin ich doch auf dem Land zu leben! Auch wenn es manchmal nach Schweinchen riecht, aber das kann uns doch Wurst (pardon, liebes Schwein) sein.

Pferdegeruch in den Klamotten gehört bei mir zum Alltag, Erde unter den Fingernägeln ist Standard und morgens früh raus ist Pflicht mit Hund.

Ich arbeite gerne in der Stadt, bin aber doch lieber Zuhause auf dem Land.

Und Du?

Samstag, 6. Januar 2018

The Hunger Games II: So überlebst Du

Im ersten Teil der Serie Hunger Games haben wir uns mit den unterschiedlichen Beispielen von täglichen Ess-Störungen im Alltag beschäftigt. 

Unten im Artikel findest Du ein paar Links, die Dir ein paar Infos zum Thema Essstörung geben, wenn Du tatsächlich davon betroffen bist. 

Wie kannst Du der ganzen Sache entgegenwirken und Deine Gewohnheiten ändern?

So überlebst Du Dein persönliches Hunger Game:

Fakt ist: 

Hunger lässt sich nicht aufschieben, wegschieben oder sogar ignorieren.
Hunger ist ein Zeichen des Körpers, dass er Nahrung zu sich nehmen sollte.

Am Ende ist es ganz einfach. Wenn wir auf die Zeichen unseres Körpers achten und in uns hineinlauschen, dann wird das auch was mit der gesunden Ernährung.

Hier folgende Tipps:


Ich bestimme selbst, wann ich satt bin
Wenn man satt ist, kann uns keiner zwingen weiter zu essen. Damit muss Oma und Tantchen leben und wir müssen mit den traurigen Dackelaugen umgehen können, wenn wir halt bei einem Stück Torte bleiben. Wir sind ja keine Mastgänse, denen man einen Schlauch in den Rachen steckt. Seine eigene Grenze kennen ist wichtig - und vor allem die eigene Grenze respektieren. Das gilt für uns selbst und das Umfeld, denn die Kilos trägt man am Ende alleine nach Hause. Die teilt man mit niemanden.


Ich genieße mein Essen 
Freude und Spaß beim Essen sind unglaublich wichtig. Wer sein Essen genießen kann ist ein glücklicherer Mensch. Wenn Du Dich auf die Pizza bei Deinem Lieblingsitaliener freust, dann lass Dir nicht die Laune verderben, wenn Du neben Dir jemand sitzen hast, der ständig am Essen jammert. Bei genauerer Betrachtung haben meist die Menschen, die anderen das Essen madig machen eine richtige Essstörung. Sie schieben ihr Salatblatt auf dem Teller hin und her und versuchen durch das Schlechtmachen des Essens von ihrer eigenen Problematik abzulenken. Das sind nicht nur Genussmuffel, sondern auch ein Fall für den Arzt. Denn meist geht es nach dem Salatblatt gleich auf die Toilette, um wiederzukäuen.


Ich esse wann ich will, aber regelmäßig
Regelmäßige Mahlzeiten sind für den Körper sehr wichtig. Aber nicht jeder Mensch ist gleich, nicht jeder Organismus arbeitet im copy-paste-Modus. Das betrifft auch die Arbeit, denn jemand der Bürotätigkeiten ausführt, hat einen anderen Alltag wie jemand der Schichtarbeit nachgeht. Frühstücken ist ganz wichtig, damit man einen guten Start in den Alltag hat. Achte auf Dein Hungergefühl, das ist die beste Zeitvorgabe.

Ich gehe verantwortungsvoll mit meinen Gelüsten um
Gelüste sind nicht Hunger. Sorry. Wenn ich Bock auf Pizza habe, ist das nett, aber wenn ich mir etwas Gutes tun möchte, dann sollte ich überlegen, ob ich nicht die Pizza mit jemanden teile und nen Salat noch dazu esse. Gerade wenn man Abnehmen möchte, sind Gelüste die Saboteure schlechthin. Vielleicht reservierst Du Dir ja jede zweite Woche einen Pizzatag. Dann schmeckt die Pizza doppelt so gut.


Ich schäme mich nicht

Niemand darf uns wegen unseres Körpers kritisieren. Nicht die Familie, nicht der Partner, die Kinder oder die Freunde. Wenn das passiert müssen wir entsprechend hart darauf reagieren. Gerade wenn jemand erfolgreich Gewicht verloren hat, geht das Umfeld mit der Person um, als wäre wir auf dem Viehmarkt. Wir werden immer zu dick oder zu dünn für diese Menschen sein. Entsorge diese Menschen aus Deinem Leben. Gute Freunde sehen Dich als Mensch und nicht als privaten Boxsack für ihre Launen. Deine guten Freunde sorgen sich um Dich, aber grenzen Dich nicht aus.


Ich mache keine Crash-Diät
Ernährungstrends die einen schnellen Abnehmerfolg versprechen sind zwielichtig. Wer jahrelang mit Übergewicht zu kämpfen hatte und die schnelle Lösung durchzieht, wird meist mit dem Jojo-Effekt belohnt. Leider sind auch diese Crash-Diäten alles andere als ein einheitliches Ernährungskonzept.


Ich bewege mich
Bewegung ist die Gesundheitsgarantie schlechthin. Treppen laufen, spazierengehen, wandern, joggen, nordic walking, schwimmen gehen. Das sind alles Dinge, die man leicht in den Alltag einfließen lassen kann und die auch nicht wehtun. Da muss man nicht gleich Mitglied im Sportverein werden oder teures Equipment kaufen.

Ich informiere mich vorher
Gesund ernähren heißt erstmal Infos beschaffen und eine Bestandsaufnahme mit meiner Jetzt-Situation zu machen. Wenn die persönlichen Hunger Games klar sind, dann wissen wir, wo wir ansetzen müssen und können sanft, aber konsequent den Kampf damit aufnehmen.


Ich habe eine kleine Reserve dabei, für den Fall der Fälle
Zum Beispiel ein Apfel, eine Banane. Dann ist das mit dem Hunger gar nicht so schlimm, wenn er unverhofft zuschlägt. Studentenfutter tut es auch. Das geht immer. *knusper knusper*


Ich koche selbst mit frischen Zutaten
Kochen macht Spaß und muss auch  nicht aufwändig sein. Wer ganztags berufstätig ist, wird ein bisschen planen müssen, aber das lässt sich alles einfach regeln. Aber lass Tütensuppen und Fertiggerichte bitte im Supermarkt. Das sind pure Saboteure Deiner neuen gesunden Ernährungsweise. Also, frisch und knackig muss es sein! Und Du wirst sehen, wie gut das alles schmeckt.


Ich gehe zum Arzt und spreche über meine Pläne
Jedes Jahr solltest Du einen Check machen lassen. Somit sieht Dein Arzt genau, wo es hakt. Das hat nicht nur mit Vorsorge zu tun, sondern ist auch hilfreich bei einer Ernährungsumstellung. Sprich mit dem Arzt auch über Deine Ernährungsumstellung und höre Dir an, was er dazu zu sagen hat.


Gesundheits-Mantra: Ich achte auf mich! Ich bin wertvoll!


Am Ende sollten wir uns ein Mantra zurecht legen, dass uns an unsere Eigenverantwortung zu unserem Körper erinnert, gerade wenn wir wieder in alte Muster zurück fallen. Dann einfach nochmal einen Schritt zurück gehen und wieder von vorne anfangen. Der erste Schritt ist der Wichtigste, dann fängst du auch nicht mehr bei Null an.

Ich achte auf mich, ich bin wertvoll .Ich achte auf mich, ich bin wertvoll. Ich achte auf mich, ich bin wertvoll. Ich achte auf mich, ich bin wertvoll. Ich achte auf mich, ich bin wertvoll. Ich achte auf mich, ich bin wertvoll. Ich achte auf mich, ich bin wertvoll. Ich achte auf mich, ich bin wertvoll.

Steig aus dem Hunger Game aus und ernähre dich gesund! Du bist es wert, denn Du achtest auf Dich!


Adressen zum Thema Ernährung, Essstörungen, Übergewicht:

Selbsthilfe bei Essstörungen - Magersucht

Informationen über Bulimie (Ess-Brech-Sucht)

BMI  Rechner

Informationen zu Übergewicht 

Tipps bei Typ 2 Diabetes


The Hunger Games I: wie ess-gestört sind wir eigentlich

Wenn ich Hunger habe, werde ich nicht zur Diva, ich werde zum Wolf. Ich würde unüberlegt meine Großmutter verschlingen, wenn mein Magen nach Essen schreit.

Da scheine ich nicht allein zu sein. Gerade bei uns Frauen ist die emotionale Lage schlicht und ergreifend reines Bauchgefühl. Wenn der Hunger kommt, herrscht Krieg.

Essen ist Bauchsache und auch Seelenspiegel. Essen ist mit unseren Emotionen tief verknüpft, denn schließlich ist es ein Grundbedürfnis. Wenn das vernachlässigt wird, gibt´s Probleme.



Richtig schlimm wird´s wenn man dann trotzdem nicht isst

Natürlich wäre es einfach, wenn man sich einfach was hinter die Kiemen schiebt und dann entspannt und fröhlich weiterzuckelt. Aber wenn man dann trotzdem nicht isst und diesen Zustand beibehält, dann haben wir nicht nur ein unterzuckertes Problem.

Menschen, die nicht regelmäßig essen, haben nicht nur ein körperliches Problem (zu dick, zu dünn), sondern sind emotional nicht mehr stabil. Sie kompensieren den emotionalen Stress dann, indem sie entweder einer Fressattacke unterliegen oder sich dem Essen komplett verweigern.

Hunger wird auf die eine oder andere Art zur Selbstgeißelung, eine Art Hunger Game, dass wir täglich mit uns selbst spielen.


Hier typische Beispiele von Hunger Games:


I. Ich esse für andere
Eigentlich sind wir ja aus dem Kindesalter raus, wo es hieß:" ein Löffelchen für Papa, einen für Mama...". Aber irgendwie geht das immer so weiter, vor allem wenn man dann bei Oma oder Tantchen sitzt und man dann genötigt wird die tausendste Sahnetorte in sich rein zu schieben. Aber wenn man "Nein" sagen würde, würde man dann nächtelang mit Omas enttäuschter Miene hadern müssen. Nein, das will man sich nicht antun, den Frieden wahren und das nächste Stück aufgeladen bekommen, obwohl es einem schon schlecht ist und man das Gefühl hat, die Sahne quillt einem zu den Ohren raus.

Das Los von Eltern ist auch, dass sie ständig Mülleimer für die Nachzucht spielen müssen. Eigentlich will man nichts mehr, aber der Junior hat den halben Teller stehen lassen und gutes Essen soll man ja nicht wegwerfen. Naja, ist ja nur ne halbe Portion, die ist schnell verputzt.


II. Ich esse nichts mehr, wegen anderen
Kennt ihr die Kollegen, die ständig beim gemeinsamen Essen anfangen zu pietzen? Da geht man fröhlich zum Italiener und freut sich auf die Megapizza-Schlacht, da quakt es auch schon von Kollegin XY, deren 45 kg Schatten mit stumpfen Haar hohlwangig am Kopfende sitzt: " Also ich will nur einen Salat. Wie könnt ihr nur Pizza essen, das ist so ungesund und macht dick. Wollt ihr denn alle fett werden?! Gerade Du," sie zeigt auf Dich " Du wolltest doch abnehmen, ich dachte schon, dass Du einknickst..." Irgendwie hat man jetzt keinen Bock auf Pizza mehr, bestellt seinen Salat, denn als Vielfrass will man ja auch nicht gelten. Und 1 Stunde später grummelt der Magen und die gute Laune ist vorbei. Aber gut, dass man noch ein paar Schokoriegel im Schreibtisch versteckt hat. Die finden sich übrigens auch zuhauf bei der Kollegin, die wie ein Hauch von Nichts zum Kopierer wankt.


III. Ich esse heimlich, wegen ständiger Kritik
"Du könntest auch mal ein bisschen mehr zunehmen, bei Dir sieht man ja alle Knochen!" gerade von der lieben Verwandtschaft kennt man diese Sprüche bereits. Man ist entweder zu dick oder zu dünn. Gerade wenn man eine starke körperliche Veränderung durchgemacht hat, hagelt es Kritik. Da würe es besser, man würde sich einen anständigen Topfhaarschnitt zulegen, dann wäre die Kritik wenigstens begründet. Wenn es im Kreise Lieben passiert, ist das hart und extrem unfair. Einmal Dickerchen, immer Dickerchen. Oft beginnt man mit heimlichem Essen, damit man nicht kritisiert wird. Man schämt sich davor Hunger zu haben und sein Grundbedürfnis zu stillen. Nächtliche Besuche am Kühlschrank sind damit vorprogrammiert, im schlimmsten Falle folgt danach die Entsorgung des Mageninhalts in die Toilettenschüssel.


IV. Ich esse anders als mir gut tut
Ernährungs-Trends überschwemmen den Markt. Heute ist es vegan, morgen low-carb und übermorgen was auch immer. Mittlerweile gibt es viele Info-Quellen zu den unterschiedlichsten Trends im Futtergewerbe. Was einem gut tut, das ist jedoch eine andere Geschichte. Wenn man durch eine bestimmte Ernährungsweise sehr schnell einen Abnehm-Erfolg erzielt hat, gibt einem das erstmal Recht und ein tolles Gefühl. Ziel erreicht, es war der richtige Weg. Spätestens wenn sich Unverträglichkeiten melden oder Mangelerscheinungen auftreten, dann erhält man die Kehrseite der Medaille. Man ist gezwungen sich wieder mit dem Thema auseinanderzusetzen, nur mit anderem Hintergrund und der fiese Jojo-Effekt lauert schon hinter der nächsten Ecke. Schon mal einen Zahn nach einer Diät verloren? Das kommt häufiger vor, wie man sich vorstellen möchte.


V. Ich versuche nicht zu Essen
Gerade wenn man seinen jugendlichen Traumkörper behalten möchte, gibt es unterschiedliche Methoden ihn auf Linie zu halten. Sport ist eine Methode, die gesund ist - wollen nur manche Leute nicht machen, denn das ist anstrengend. Dämlich ist der Gedanke, dass man Sport ja sausen lassen kann und man den Traumkörper so erhält, in dem man einfach nicht isst, sprich Mahlzeiten auslässt oder sich nur noch durch Flüssignahrung ernährt. Bei jungen Frauen sehr beliebt deswegen: Baby-Gläschen mit reinem Fruchtmus. Hat ja alle Vitamine die man braucht, feste Nahrung braucht der Körper ja eh nicht mehr.... ne, is klar oder? Wenn man dann versucht schnell noch den nächsten Bus zu kriegen und anfängt zu laufen, merkt man, dass so komische schwarze Punkte sich in die Sicht mischen und irgendwie fühlt man sich gar nicht mehr fit, sondern sehr matt und wackelig und.... hoppla.


VI. Ich koche nicht 
Kochen tun nur Hausfrauen und da man sich selbst nicht zu dieser Gattung zählt, kocht man nicht. Fertigfutter, McDick, Pizzaservice und Restaurantbesuche stehen auf dem Speiseplan. Ist teuer, aber wenn man so beschäftigt ist, hat man keine Zeit für so was Lästiges wie Kochen. Dabei ist man am Ende auch nicht wählerisch, denn Essen liegt ja immer auf dem Weg, wenn der Hunger sich meldet. Was da drin ist, ist auch egal. Hauptsache schnell und effektiv den Hunger besiegt. Im Kühlschrank ist nur Platz für Bier oder Sektchen. Im Vorratsschrank stehen Chips und Popcorn, ab und zu eine Tafel Schokolade, aber nur eine, denn Schoki macht dick. Und wenn man mal so richtig Hunger auf gute Hausmannskost hat, dann lädt man sich selbst einfach zu Mutti ein, denn die kocht ja am Besten - besser gesagt als Einzige. Und Mutti steht den halben Tag in der Küche, damit der Bub auch endlich was "Richtiges" wieder auf dem Teller hat.... und der bringt zum Dank nicht nur einen gesunden Appetit mit, sondern auch seine Dreckwäsche. Passt doch.


VII. Ich überbrücke 

Hunger meldet sich dauerhaft. Wie lästig doch der Körper ist! "Ich muss was futtern" sagt der Magen, das Gehirn und die Laune. Zeit hat man für´s Essen gerade überhaupt nicht. Frühstücken tut man nie. Gut, dass die Naschschublade mit Glücklichmachern in der Nähe ist. Nach 45 min quengelt der Magen schon wieder. Hört das denn nie auf?! Dabei sind wir doch so beschäftigt. Hier noch im Fratzebuch schreiben, dann kurz eine rauchen oder die neusten Modetrends im Web durchforsten, wir sind unglaublich busy. Dabei haben wir keine Zeit uns nen Apfel zu schneiden oder eine Banane zu schälen. Es geht schneller den Hunger kurzfristig mit Naschwerk zu betäuben. Hält bloß nicht lange an und am Abend hauen wir uns Pasta oder ein Viertel Kilo Brot rein, damit der doofe Hunger endlich die Klappe hält.


Konntest Du Dich in der einen oder anderen Kategorie wiedererkennen? 

Was ist Dein persönliches Hunger Game? 

Im nächsten Artikel findest Du ein paar Tipps, wie Du den Ring Deines persönlichen Hunger Game durchbrichst. Hier geht´s lang zu Teil II  +klick+

Montag, 1. Januar 2018

Willkommen 2018!





Ich wünsche euch ein wundervolles neues Jahr 2018!


Das neue Jahr zeigt sich heute fast schon frühlingshaft mit + 7° draußen und endlich, endlich wieder Sonne! Die letzten Nächte waren stürmisch und haben endlich diese grauen und tristen Wolken weggeblasen!


Na, wie sieht es denn mit euren Vorsätzen aus? Mit meinen Vorsätzen bin ich klar, denn es gibt so viel zu tun im Herbal Kitchen Garten. Also eigentlich alles wie immer und wenn ich nur die Hälfte von dem schaffe, was ich erreichen will, dann ist das schon ganz schön viel.

Ach ja, es gibt mal wieder eine interessante Neuigkeiten über unsere täglichen Helferlein im Jahr 2018:

Der Grasfrosch ist Lurch des Jahres 2018.

Die Gelbbindige Furchenbiene ist die Wildbiene von 2018. (googelt mal, das ist echt interessant).

Die Wildkatze ist das Wildtier des Jahres 2018.

Der Große Fuchs ist der Schmetterling von 2018.

Der Langblättrige Ehrenpreis ist die Blume des Jahres 2018.

Die Esskastanie ist Jahresbaum geworden.

Der Star ist Vogel des Jahres 2018.

... und die Heilpflanze des Jahres 2018?  Der Andorn... aha!

Ich wünsche euch einen wundervollen Start! Lasst es krachen!


Sonntag, 3. Dezember 2017

Beschwipstes Apfelbrot

Wie doch die Zeit vergeht. Schon haben wir den 1. Advent. Gerade jetzt ist ja jeder am Plätzchen backen. Schade nur, dass man dafür stundenlang in der Küche steht und mit einem Happs sind die Schätzchen in Sekunden verputzt, als hätte es sie nie gegeben.



Ich bin ein Apfelbrot-Fan, also dieses Jahr mal ein etwas anderes, aber sehr leichtes Rezept, wo man die ganze Verwandtschaft und den Freundeskreis überraschen kann.


Du brauchst:


  • 2 Äpfel
  • 100-150 g Feigen
  • 2 Handvoll Cranberries
  • 3 Handvoll Walnüsse, geschält und etwas zerkleinert
  • 250 ml Rum


Für den Teig:


  • 3 TL Zimt
  • 3 EL Kakaopulver (oder Kaba/Ovomaltine)
  • 3 Eier
  • 200 ml Milch
  • 200 ml Wasser
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 150 -200 g brauner Zucker
  • 500 g Dinkelmehl
  • 150 g Butter, geschmolzen


So geht´s:

VORBEREITEN 1. TAG:

Am Backvortag sind erstmal die Früchte dran. Die werden jetzt auf ein Trinkgelage eingeladen. Die Äpfel gut waschen und dann in kleine Würfel schneiden. Die Feigen würfeln, bitte den Stängel ebenfalls entfernen. Die Walnüsse halbieren - zu klein sollten sie auch nicht sein. Dann die Cranberries einfach dazugeben. Dann alles in einer verschließbaren Schüssel gut durchmischen und dann den Rum einfüllen. Nochmals gut durchrühren und dann verschlossen das Ganze über Nacht ziehen lassen.

Du kannst ja, bevor Du ins Bett gehst, das Ganze nochmals durchrühren, damit sich auch alles gut verteilt.

BACKEN 2. TAG:

Am nächsten Tag ist Deine Früchte-Nuss-Mischung schon in bester Stimmung und vielleicht schallen Dir auch derbe Trinklieder entgegen, wenn Du die Schüssel aufmachst. Perfekt!

Aber bevor die Früchtchen dran sind, wird der Teig erstmal vorbereitet und der Ofen auf Ober-/Unterhitze bei 220°C vorgeheizt. Bereite am besten gleich ein gefettetes Backblech oder mit Backpapier ausgelegtes Blech vor, denn nachher soll ja alles schnell gehen.

Schlage ein Ei in einen Becher auf und verquirle alles gut mit einem Backpinsel. Das brauchen wir nachher, um die Brote zu bestreichen, bevor sie in den Ofen wandern.

Nun kann es losgehen mit dem Teig:

Mehl mit Backpulver mischen, Zucker mit Vanillezucker hinzugeben und ebenfalls gut mischen. Die Butter schmelzen und in die Mehlmischung geben, 2 Eier einschlagen und alles gut vermischen. Den Kakao, den Zimt hinzugeben und wieder miteinander gut vermengen. Dann Milch und  Wasser hinzugeben. Wenn der Teig eine klebrige, pappige Konsistenz hat, dann den johlenden Früchte-Nuss-Rum-Mix hinzugeben und gut verrühren. Das Rühren wird jetzt sehr mühsam sein. Wenn Du das Gefühl hast, der Teig ist zu trocken, ein wenig Wasser hinzugeben. Ist er zu flüssig, einfach Mehl hinzugeben.

Den Backofen auf 200°C runterdrehen. Das wird unsere Backtemperatur.

Nun ist der Brotteig fertig. Jetzt geht es ans Brote formen.

Ein großes Küchenbrett mit Mehl bestäuben und 3-4 Laibe formen. Diese mit einem guten Abstand voneinander auf das vorbereitete Backblech legen. Dann mit dem vorbereiteten Ei in der Tasse bepinseln, dass jeder Laib eine gute Schicht rundum abbekommt.

BACKEN IM BACKOFEN: 

Insgesamt muss das Brot nun 40 min backen. Das kommt immer auf den Backofen an. Mein Backofen ist schon etwas älter, die neuen Öfen sind da sicher schneller.

Nach den ersten 15 min schneidest Du die Laibe an der Oberseite ein. Das verhindert beim Backvorgang ein unkontrolliertes aufbrechen des Brotes. 

Nach 30 min solltest Du mit einem Holzstäbchen prüfen, wie weit das Brot ist. Stich in das Brot, wenn beim Herausziehen noch Teig am Stäbchen hängt, braucht es noch etwas Zeit. 

Die Kruste färbt sich goldbraun und wenn bei der zweiten Stäbchenprobe nichts mehr kleben bleibt, ist es geschafft. Das Brot kommt aus dem Ofen und darf ein paar Stunden auskühlen.

Auch wenn das Brot nun himmlisch duftet, bleibe geduldig, bevor Du es als Geschenk verpasst. Ist es innen noch zu warm beim Verpacken, dann schimmelt es schnell.

Ich wünsche euch eine tolle Adventszeit - viel Spaß beim Ausprobieren!