Donnerstag, 16. Juni 2016

Ist Chia ein Superfood?



Vorab sei hier gesagt, dass ich keine Medizinerin bin, die hier Gesundheits-Tipps vergibt. Dieser Post ist ein Laien-Post, also bitte nicht als gesundheits-wissenschaftliche Abhandlung sehen.

Chia ist das neue Superfood schlecht hin geworden. Chiasamen bekommt man mittlerweile überall. In der Apotheke, im Supermarkt - überall da, wo man die "gesunde" Ernährung im Regal stehen hat.

Chia bedeutet in der Maya-Sprache Kraft, Stärke. Das Superfood-Marketing teilt uns mit, dass die Samen aus Mexico stammen und schon den alten Azteken als Energiespender gedient haben. Deswegen ist das Ganze ja so ein Turbo-Boost in der Superfood-Küche.

Das schaue ich mir genauer an, dachte ich mir. Deswegen hier mal so meine Meinung zu diesem Thema.

Was ist Chia wirklich?

Bei den  Chiasamen handelt es sich um die Samen des Salvia Hispanica, also Salbei. Genauer gesagt eine Salbeiart, die hauptsächlich in Mexico vorkommt - nicht Spanien, wie der lateinische Name eigentlich andeuten will.

15 Gramm pro Tag ist empfohlen

Tagesportion an Chia ist von der Europäischen Lebensmittelbehörde auf 15 Gramm pro Tag empfohlen. 


Warum gibt es eine Empfehlung der Lebensmittelbehörde?

Weil bisher noch nicht klar ist, ob Chia Überempfindlichkeiten oder Allergien auslöst. Bis 1997 war Chia nicht für den menschlichen Verzehr vorgesehen (!). In den USA darf man pro Tag 50 g verzehren, in den Herkunftsländern gibt es keine Beschränkung.

Das Ganze mal unter die Lupe genommen:

Chia ist Salbei - soweit sind wir uns ja nun einig. Grundsätzlich ist man ja von Salbei erstmal begeistert. Salbei nutzt man für alles mögliche, denn das Kraut ist wirklich ein sehr gutes Heilkraut. Das liegt an dem Inhaltsstoff Thujon. Thujon wirkt krampflösend, desinfizierend und Schmerz hemmend. Also eigentlich eine sehr gute Sache... aber... zuviel ist ungesund.

Thujon ist ein Nervengift. D.h. wer sich zu viel Salbei antut, erhält die entsprechende toxische Dosis. Kopfschmerzen und Erbrechen sind da nur leichte Nebenwirkungen. Das Ganze kann sich bis zu Krämpfen steigern und wenn man extrem überempfindlich ist, natürlich unvorhergesehene gesundheitliche Probleme aufkommen lassen, die u.a. den Kreislauf kollabieren lassen.

Das ist der Grund warum Chia einem beschränkten Verzehr unterliegt.

Finger weg von Chia/Salbei in der Schwangerschaft

Auch wenn in manchen Prospekten drinsteht, dass die Inka/Azteken und wer auch immer Chia in der Schwangerschaft zu sich nahmen, dann sollte dabei stehen: Förderung der Geburt! FÖRDERUNG!

Denn Thujon wirkt abortiv - es kann zu Früh- und Fehlgeburten kommen.

Interessanterweise ist die Moxibustions-Therapie bei Hebammen sehr beliebt, um u.a. das Kind zum Wenden im Mutterleib zu animieren - und mit was wird gemoxt? Mit Salbei natürlich. Aha!

Ich kann ein Lied davon singen, wie der Salbei negativ wirkt, denn  ich hatte eine richtig unprofessionelle Mox-Sitzung von einer Hebamme, die keine Ahnung hatte, wie man das richtig macht.

Glaubt mir, das will keine werdende Mutter haben. Mir ging es richtig schlecht danach. Kleine Verbrennungen an den Fußsohlen waren da mein geringstes Problem.  Also, bitte nur zu Profis gehen und nicht jeder Hebamme glauben, dass die das auch kann, nur weil sie Hebamme ist. Das gleiche gilt übrigens auch für Akupunktur.

Fazit:


  • Chia ist Salbei
  • In Maßen verzehrt, ist er ungefährlich - außer man ist allergisch
  • Sehr sensible Menschen sollten Chia meiden 
  • Chia ist kein Superfood, dass einem automatisch abnehmen lässt - Sorry...
  • Chia ist eine interessante Ergänzung zu einer gesunden Ernährung, sofern die Spielregeln eingehalten werden, sprich eine entsprechende Dosierung
  • Das Super-Food Marketing funktioniert hervorragend, denn es erzählt den Leuten einfach nur die halbe Wahrheit
Wofür verwendest Du Chia?

Kommentare:

  1. Huhu, wollte dir noch sagen, dass ich den Beitrag super finde.
    Das alles habe ich nicht gewusst und bin erstaunt, dass Salbei dahinter steckt.

    Spitzen Beitrag!
    Danke & LG Naddel

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, liebe Naddel. Ja, das Thema Kräuter ist so vielfältig und gerade wenn es um diese "Superfoods" geht, sollte man gleich dreimal hingucken, was das Zeug eigentlich wirklich ist. Liebe Grüße Isabella

      Löschen