Donnerstag, 29. Dezember 2016

Rauhnachtzeit - Zeit zum Harz-Sammeln


Raureif am Morgen - alles liegt noch im Schlaf


Nach dem ganzen Weihnachtstrubel beginnt für mich die schönste Zeit, nämlich die Zeit der Rauhnächte. Gemeint ist die Zeit vom 25. Dezember bis zum 6. Januar - 12 Nächte also, die im Volksmund als Rauhnächte, Rauchnächte oder Raunächte bezeichnet werden.

Im alten Volksglauben war es die Zeit der Zwischenwelten, wo Unholde und Geister durch das Land streiften. Diesen Glauben pflegt man immer noch in der Brauchtums-Tradition im Alpenland, wo jedes Jahr um diese Zeit die Perchtenläufe stattfinden. 

Den Ursprung der Rauhnächte findet man im Germanentum, dort kannte man diese Zeit auch als die Zeit der Wilden Jagd, wo Odin auf Sleipnir und seiner wilden Horde über den nächtlichen Himmel reitet. Dieses Ereignis überdauerte die Christianisierung und den Christen wurde geraten in dieser Zeit zuhause zu bleiben und zu beten, damit man nicht von den Dämonen geholt wurde. Es war auch die Zeit um Recht zu sprechen und alte Rechnungen zu begleichen. 

Es war jedoch auch eine Zeit der Weissagung - wie wird das nächste Jahr? Mädchen hofften auf einen Schicksalswink, wer der künftige Bräutigam sein würde oder wie die kommende Ernte ausfallen würde. 



Reflektion, Clearing & Fokusierung


Die Rauhnächte sind mir in den letzten Jahren besonders wichtig geworden. Es ist die Zeit, wo die Uhren nach den Festtagen langsamer ticken. Das finde ich sehr wichtig. Vor dem Jahreswechsel überlege ich mir immer, was ich im kommenden Kalenderjahr schaffen möchte. 

Aber wichtig ist auch die Fragen: was werde ich aufgeben, wenn ich Neues schaffen will. Alles auf einmal geht nicht, deswegen muss ich mir meinen Fokus schaffen und überlegen, wo meine Prioritäten und Ziele sind.

Das halte ich immer schriftlich fest, damit ich dabei bleibe. Und ich stecke mir kleine Meilensteine, was ich bis wann erreicht haben möchte, damit ich voran komme und nicht wegtrudele.

Ich bin am Aufräumen und versuche alte Projekte (z.B. Steuererklärung) vor dem Jahreswechsel zu erledigen. Aber ich schreibe mir meine kreativen Projekte auch auf und gehe in die Planung für 2017.

Was bei mir immer dazugehört, ist eine Räucherung, die reinigt und inspiriert. Dafür brauche ich diverse Harze, die ich natürlich kaufen kann. Aber am Liebsten nehme ich die Harze, die ich selbst gesammelt habe:



Geerntetes Kiefernharz


Rauhnachts-Geschenke während eines Waldspaziergangs

Meine freie Zeit genieße ich am Liebsten draußen. Mein Garten schläft seinen wohlverdienten Schönheits-Winter-Schlaf. Deswegen geht es raus in den Wald und ich genieße diese wundervolle Ruhe und die unglaublichen vielfältigen Düfte der Natur.

Ich nehme mein Erntemesser und eine Plastiktüte mit, denn jetzt ist auch die Zeit des Harz-Sammelns. Wir haben viele Kiefern im Wald und ich nehme mir die Zeit Bäume zu suchen, die ihr Harz freigeben möchten. 

Dabei suche ich gezielt nach Harztropfen, die von den Kiefer freigegeben wurden. Manche sind groß und üppig, manche jedoch nur klein, lassen sich dafür leicht mit den Fingern lösen.

Harz ist das "Blut" der Bäume. Es verschließt ihre Wunden und trägt zu ihrer Genesung bei. Deswegen ist es absolut tabu eine "Baumwunde" aufzubrechen, um an das Harz zu kommen. So kann es gut sein, dass Deine Ausbeute nicht so groß ausfällt, wie Du es gerne hättest. Aber das kommt eben immer auf den Zustand des Baumes an.

Deswegen ist es auch wichtig, dass man sich still beim gebenden Baum bedankt, der am Ende seinen Lebenssaft für Dich hergibt.

Harze weiter verarbeiten

Wenn Du Dein Harz geerntet hast, ist die Frage, wie es weitergeht. Um es für Räucherungen zu verarbeiten, ist es wichtig, dass es gut durchgetrocknet ist.

Wenn es noch sehr klebrig ist, einfach einen Gummihandschuh anziehen und kleine Kügelchen formen, dann ein paar trocken Tage lassen, damit die Kügelchen schön fest werden. 

Am Besten ist es, wenn die Kügelchen so fest sind, dass man sie nicht mehr so einfach zerdrücken kann. 

Sobald die Kügelchen gut durchgetrocknet sind, einfach in ein Gläschen füllen und lichtgeschützt aufbewahren.

Probiert es mal aus...


Sonntag, 18. Dezember 2016

Dann Vier... Pistazien-Eierpunsch



Kennt ihr das? Gerade in der Vorweihnachtszeit kündigt sich immer gerne spontan die Verwandtschaft an. Eigentlich hat man ja genug zu tun mit Weihnachtsfeiern und Jahres-End-Wahnsinn. Die Wochenenden sind total verplant - kennt jeder, weiß jeder. 

Aber gerade da steht die Türklingel nicht still. Ist ja schön, aber was tun, wenn man eigentlich gar keine Zeit hat.

Hier ist die Lösung, die Dich genau 10 Minuten kostet und Du Deinen Gästen einen warmen Bauch und ein seeliges Lächeln zaubern kannst.

Zutaten für 4 Personen:

- 1 Flasche Eierlikör
- 500 ml Milch
- 1 Päckchen Vanillezucker
- Sprühsahne
- 1 Päckchen Schokoraspeln
- 1 Päckchen Pistazien, zerkleinert
- Strohhalme
- schicke Gläser


So geht´s:

Milch in einen Topf geben und auf niedriger Stufe langsam erwärmen. Dann den Vanillezucker einrühren, die Milch darf heiss sein, aber soll nicht kochen. 

Dann den Eierlikör langsam einrühren und langsam miterwärmen. Er darf nicht zu lange auf dem Herd sein und auf gar keinen Fall kochen. 

Nach 5 min von der Kochstelle nehmen.

Dann die Gläser vorbereiten. Am Besten kurz mit heißem Wasser durchspülen, somit sind sie erwärmt. 

Dann den Punsch in die Gläser füllen, Sprühsahne als Topping oben drauf geben und mit den Pistazien und den Schokoraspeln verziehren, Strohhalm rein und noch heiß servieren.


Viel Spaß beim Ausprobieren.


Was passt dazu?
Natürlich selbstgebackene Kekse, Vanilleeis, Apfelstrudel

DIY-Tipp:

Kennt schon jeder, aber dennoch: Für dieses Foto habe ich schnöde Alu-Teelichter einfach mit Washitape umklebt. Hält gut und Du kannst Deine Kerzen ganz flexibel Deiner Tischdekoration anpassen.

Sonntag, 11. Dezember 2016

Dann Drei... Whiskey-Anis-Hoppers (Springerle)



Ja, ich weiß, dass mit dem Neudeutsch klingt schräg - hat aber eine Vorgeschichte. Denn diese Springerle musste ich zum zweiten Mal machen.

Denn es gab da so einen Hopp-und weg-Vorfall. Meine Erstversuche wurden nämlich in einem unbeobachteten Moment vom Hund gefressen. Hopp und weg. Ist kein Witz! 2 Tage Arbeit für die Katz - wegen dem Hund. Die Hundedame ist sich natürlich keiner Schuld bewusst war. Ne, is ja klar.

Nachdem mein Erstversuch also den Magen meines Hundes wärmte und vorher kein Foto entstanden ist, wollte ich euch trotzdem mein Rezept nicht vorenthalten und hab ich mich nochmals der ganzen Prozedur unterzogen, denn gute Springerle brauchen Zeit und Liebe - und KnowHow. Also hatte ich nochmals Gelegenheit zum Üben.

Das Tolle an den Springerle: sie halten ewig. Meine Großmutter meinte: " Dia kannsch bis zum nächschte Weihnachta aufheba." 

Historisches:


Was bei uns in Schwaben Springerle sind, sind woanders Anisbrötli oder einfach Anisplätzchen.
Schon im Mittelalter waren das Anis-Gebäck ein Hit. Allerdings waren die Motive der Formen religiöser Natur. Wie Spekulatius ist das Anisbrötli ein Bildgebäck, wo der Teig in ein kunstvolles Bild gepresst wurde.

Traditionell ist die Springerle Form aus Birkenholz und es gibt ganze Sammlungen und Bücher über die Epochen und Symbolik der Motive. Die Holzmotive werden auch gerne vererbt. Das hat auf dem Land besondere Tradition.

Da ich selbst keine der Formen besitze, habe ich eine auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt erstanden. Wer etwas Besonderes sucht, kann sich gerne im Internet umschauen, dort gibt es noch traditionelle Handwerksbetriebe, die diese Formen herstellen.

Zubereitungszeit: 2 Tage


Zutaten:

- 500 g Puderzucker
- 5 Eier
- 500 g Mehl
- 1 TL Backpulver
- 2 EL Anissamen - alternativ auch Fenchelsamen
- 2 Schnapsgläser Whiskey, alternativ Kirschwasser

Sinnvoll wäre dazu:
- eine Küchenmaschine mit Schneebesen und Knethaken
- einen Pizza(roll)schneider/Teigrädchen gewellt
- eine Holzspringerle Form oder alternativ Ausstechformen



Tag 1 - morgens-:


Eier und Puderzucker zusammen in eine Schüssel geben, dann 30 min mit der Küchenmaschine rühren, dass eine cremige Masse entsteht.

Währenddessen das Mehl durch ein Sieb zu feinem Pulver sieben, das Backpulver dazugeben und die Anissamen. Dann nach der Rührzeit das Gemisch zu der Ei-Puderzucker-Creme hinzugeben, den Whisky dazugeben und nochmals 15 min mit dem Knethaken durchkneten lassen.

Dann muss der Teig mindestens 4 Stunden ruhen.

Tag 1 - abends-

Backbleche mit Backpapier auslegen.

Die Holzform fein mehlen, dann den Teig mit den Händen nochmals gut kneten, dass er nicht mehr klebt. Bei Bedarf nochmals etwas Mehl hinzugeben. Mit dem Nudelholz das Ganze dann ausrollen, bis der Teig ca. 1-1,5 cm dick ist. Das kommt auf Deine Holzform an. Dann die Holzform/Ausstecher verwenden.

Tipp:
Wenn ich die Holzform auf den Teig presse, nutze ich einen Pizzaschneider, dann kann ich schöne und exakte Kanten um meine Holzform ziehen. Vielleicht verwendest Du aber auch erst ein Motiv und dann einen besonderen Rahmen als Ausstecher - oder Du nutzt ein gewelltes Teigrädchen. Einfach das, was Du gerade zu Hause hast.

Die kleinen Kunstwerke auf die Backbleche legen. Jetzt muss das Ganze 24 Stunden ruhen. So wird das Motiv richtig hart und verändert sich beim Backen nicht.


Tag 2 -abends-

Jetzt darf gebacken werden - und zwar bei 150 Grad im Backofen 20 - 25 min. Das kommt auf die Größe der Springerle an.

Die Springerle gehen nun auf, ohne dass das Motiv sich verändert. Sie kriegen einen sogenannten "Fuß" unten.

Kleben die Springerle noch am Backpapier, müssen sie nochmals für 5 min rein in den Ofen. Das Motiv soll hell-weiss bleiben. Also bitte nicht knusprig braun backen.

Zum Auskühlen auf ein Kuchengitter legen.

Wenn die Springele gut ausgekühlt sind, kann man sie gut in einer Keksdose verwahren. Sie sind auch ein tolles Mitbringsel für die Vorweihnachtszeit. Sie werden hart und halten ewig.


Wie, die werden hart? Wie esse ich die dann?
Ganz einfach  - in den Tee tunken! Ich empfehle aromatischen Darjeeling... mjam mjam.

Noch was zum Mitnehmen über Anis: 

Was ist unterscheidet Fenchel von Anis?
Beim Fenchel kann man auch die Blätter und Stängel essen.

Sorgentrost Anis
Man sagt dem Anis nach, dass er trösten kann und den Kummer vom Herzen nimmt. Er soll ebenso für die Liebe zuständig sein. Interessant, nicht wahr?


Samstag, 3. Dezember 2016

Dann Zwei... Leckeres Früchtebrot


Kekse backen tut ja jetzt jeder. Aber neben den vielen Leckereien in der Vorweihnachtszeit gibt es da auch das ganz traditionelle Früchtebrot. 

Das Tolle am Früchtebrot ist, dass man es wirklich ganz lange aufheben kann. Jedoch solltest Du zeitig anfangen, wenn Du es zu Weihnachten verschenken möchtest, denn traditionellen Früchtebrot soll nach dem Backen noch 14 Tage ziehen. 

Zubereitungszeit: 2 1/2 Tage
1. Tag zum Einlegen der Früchte
2. Tag zum Backen 
Die Nacht darauf zum Auskühlen verwenden, am nächsten Morgen dann in Folie verpacken

Die Zutaten:

- 250 g getrocknete Feigen
- 150 g getrocknete Apfelscheiben
- 200 g getrocknete Aprikosen
- 200 g Wahlnüsse, bereits geknackt und bereits zum Einsatz
- 200 g Mandeln
- 100 g Zitronat
- 100 g Orangeat
- Rum


- 500 g Mehl  (hier verwendet: Weizenmehl)
- 1/8 liter Milch
- 1/8 liter Mineralwasser
- 2 Päckchen Trockenhefe
- 150 g Zucker
- 200 g angewärmte Butter

- Schaschlikspieße (für die Garprobe)


Die Gewürzmischung:

- etwas Kardamon 
- 2 TL Zimt
- Mark einer Vanilleschote
- 2 TL Nelken, im Mörser zerrieben


Tag 1:


Trockenfrüchte kleinschneiden, in eine Schüssel geben, Walnüsse grob hacken, hinzugeben, dann Zitronat, Orangeat und Mandeln untermischen. Alles gut durchmischen und dann den Rum hinzugeben, dass der Mix knapp bedeckt ist. Nochmals durchmischen, mit Klarsichtfolie die Schüssel abdecken und dann über Nacht kühl stellen.

Tag 2 - abends-:


Die Gewürzmischung vorbereiten, je nach Vor/Be-lieben.

Das Mehl in eine Schüssel, die Trockenhefe mit Milch, Mineralwasser und Zucker vermengen und hinzugeben. Dann solange Rühren bis ein Brei entsteht. 

Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen - 15 min.

Jetzt sind die Rumfrüchte dran. Die Früchte abseien, damit nicht zu viel Flüssigkeit in den Teig mitgeht. 

Dann die Gewürzmischung hinzugeben, alles nochmals gut durchmischen und nochmals zugedeckt stehen lassen, bis der Teig seine 15 min warm gesessen hat.

Dann die Butter zum Hefeteig hinzugeben, gut durchkneten und nochmals 50 min gehen lassen.

Die Frucht/Gewürzmischung dem Teig hinzugeben und nun gut kneten, dass er nicht mehr an den Fingern klebt. Passiert das doch, einfach nochmals etwas Mehl hinzugeben, dass Nichts mehr klebt.

Den Ofen auf 180 Grad 10 min vorheizen.

Nun mit dem Teig gleichgroße Brotlaibe formen. Ich empfehle hier kleinere Laibe, die sind schön praktisch zum Verschenken. 

Dann bei 180 Grad 45 - 60 min backen. Das kommt immer auf Deinen Backofen an.

Damit zu wirklich sicher bist, dass das Brot gut durchgebacken ist, machst Du einfach eine GARPROBE, in dem Du ein Holzstäbchen (Schaschlikspieß, kein Essstäbchen bitte) in das Brot piekst. Wenn nach dem Herausziehen noch Teig am Stäbchen hängt, braucht das Brot noch etwas mehr Backzeit. 

Dann nach dem Backen die Brotlaibe auf ein Auskühlgitter legen und über Nacht auskühlen lassen.

Tag 3 - morgens-:

Die ausgekühlten Brote in Frischhaltefolie einwickeln.

TIPP:

Selbstverständlich kannst Du das Brot gleich am nächsten Tag futtern.

Aber damit sich das Aroma der Früchte und Gewürze voll entwickeln kann, sollte es ca. 14 Tage in der Folie eingewickelt bleiben.

Genau deshalb ist ein Auskühlen über Nacht so wichtig, damit das Brot in den 14 Tagen in der Folie nicht das Schimmeln anfängt.

Wenn nach der Reifezeit würde ich es innerhalb der laufenden 7 Tage verzehren. Sicherheitshalber mal daran riechen. Wenn es muffig riecht, bitte nicht mehr essen.


Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt:

Natürlich geht das Ganze auch ohne Alkohol, es darf alles rein, was Dir schmeckt. Wichtig ist nur, wenn Du frisches Obst verwendest, dass Du bedenkst, dass das Brot diese Feuchtigkeit mitzieht, d.h. es kann durchaus ein richtig saftiges Brot werden, wenn es gut gebacken ist. Evtl. dauert das backen dann länger.

Viel Spaß beim Ausprobieren.