Sonntag, 11. Dezember 2016

Dann Drei... Whiskey-Anis-Hoppers (Springerle)



Ja, ich weiß, dass mit dem Neudeutsch klingt schräg - hat aber eine Vorgeschichte. Denn diese Springerle musste ich zum zweiten Mal machen.

Denn es gab da so einen Hopp-und weg-Vorfall. Meine Erstversuche wurden nämlich in einem unbeobachteten Moment vom Hund gefressen. Hopp und weg. Ist kein Witz! 2 Tage Arbeit für die Katz - wegen dem Hund. Die Hundedame ist sich natürlich keiner Schuld bewusst war. Ne, is ja klar.

Nachdem mein Erstversuch also den Magen meines Hundes wärmte und vorher kein Foto entstanden ist, wollte ich euch trotzdem mein Rezept nicht vorenthalten und hab ich mich nochmals der ganzen Prozedur unterzogen, denn gute Springerle brauchen Zeit und Liebe - und KnowHow. Also hatte ich nochmals Gelegenheit zum Üben.

Das Tolle an den Springerle: sie halten ewig. Meine Großmutter meinte: " Dia kannsch bis zum nächschte Weihnachta aufheba." 

Historisches:


Was bei uns in Schwaben Springerle sind, sind woanders Anisbrötli oder einfach Anisplätzchen.
Schon im Mittelalter waren das Anis-Gebäck ein Hit. Allerdings waren die Motive der Formen religiöser Natur. Wie Spekulatius ist das Anisbrötli ein Bildgebäck, wo der Teig in ein kunstvolles Bild gepresst wurde.

Traditionell ist die Springerle Form aus Birkenholz und es gibt ganze Sammlungen und Bücher über die Epochen und Symbolik der Motive. Die Holzmotive werden auch gerne vererbt. Das hat auf dem Land besondere Tradition.

Da ich selbst keine der Formen besitze, habe ich eine auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt erstanden. Wer etwas Besonderes sucht, kann sich gerne im Internet umschauen, dort gibt es noch traditionelle Handwerksbetriebe, die diese Formen herstellen.

Zubereitungszeit: 2 Tage


Zutaten:

- 500 g Puderzucker
- 5 Eier
- 500 g Mehl
- 1 TL Backpulver
- 2 EL Anissamen - alternativ auch Fenchelsamen
- 2 Schnapsgläser Whiskey, alternativ Kirschwasser

Sinnvoll wäre dazu:
- eine Küchenmaschine mit Schneebesen und Knethaken
- einen Pizza(roll)schneider/Teigrädchen gewellt
- eine Holzspringerle Form oder alternativ Ausstechformen



Tag 1 - morgens-:


Eier und Puderzucker zusammen in eine Schüssel geben, dann 30 min mit der Küchenmaschine rühren, dass eine cremige Masse entsteht.

Währenddessen das Mehl durch ein Sieb zu feinem Pulver sieben, das Backpulver dazugeben und die Anissamen. Dann nach der Rührzeit das Gemisch zu der Ei-Puderzucker-Creme hinzugeben, den Whisky dazugeben und nochmals 15 min mit dem Knethaken durchkneten lassen.

Dann muss der Teig mindestens 4 Stunden ruhen.

Tag 1 - abends-

Backbleche mit Backpapier auslegen.

Die Holzform fein mehlen, dann den Teig mit den Händen nochmals gut kneten, dass er nicht mehr klebt. Bei Bedarf nochmals etwas Mehl hinzugeben. Mit dem Nudelholz das Ganze dann ausrollen, bis der Teig ca. 1-1,5 cm dick ist. Das kommt auf Deine Holzform an. Dann die Holzform/Ausstecher verwenden.

Tipp:
Wenn ich die Holzform auf den Teig presse, nutze ich einen Pizzaschneider, dann kann ich schöne und exakte Kanten um meine Holzform ziehen. Vielleicht verwendest Du aber auch erst ein Motiv und dann einen besonderen Rahmen als Ausstecher - oder Du nutzt ein gewelltes Teigrädchen. Einfach das, was Du gerade zu Hause hast.

Die kleinen Kunstwerke auf die Backbleche legen. Jetzt muss das Ganze 24 Stunden ruhen. So wird das Motiv richtig hart und verändert sich beim Backen nicht.


Tag 2 -abends-

Jetzt darf gebacken werden - und zwar bei 150 Grad im Backofen 20 - 25 min. Das kommt auf die Größe der Springerle an.

Die Springerle gehen nun auf, ohne dass das Motiv sich verändert. Sie kriegen einen sogenannten "Fuß" unten.

Kleben die Springerle noch am Backpapier, müssen sie nochmals für 5 min rein in den Ofen. Das Motiv soll hell-weiss bleiben. Also bitte nicht knusprig braun backen.

Zum Auskühlen auf ein Kuchengitter legen.

Wenn die Springele gut ausgekühlt sind, kann man sie gut in einer Keksdose verwahren. Sie sind auch ein tolles Mitbringsel für die Vorweihnachtszeit. Sie werden hart und halten ewig.


Wie, die werden hart? Wie esse ich die dann?
Ganz einfach  - in den Tee tunken! Ich empfehle aromatischen Darjeeling... mjam mjam.

Noch was zum Mitnehmen über Anis: 

Was ist unterscheidet Fenchel von Anis?
Beim Fenchel kann man auch die Blätter und Stängel essen.

Sorgentrost Anis
Man sagt dem Anis nach, dass er trösten kann und den Kummer vom Herzen nimmt. Er soll ebenso für die Liebe zuständig sein. Interessant, nicht wahr?


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