Sonntag, 15. Januar 2017

Gartenplanung 2017: Selbstversorger mit Einschränkung

Das Buch im Hintergrund ist übrigens von John Seymour: Das neue Buch vom Leben auf dem Lande.

Eine gute Vorbereitung für das Gartenjahr ist sinnvoll, 

deshalb ist jetzt der perfekte Zeitpunkt zu planen.


Heute hatten wir Garten-Teambesprechung. Sprich mein Mann, ich und der Hund. Söhnchen war das natürlich zu langweilig.

Es war die große Diskussion, wie wir in diesem Jahr unseren Garten erweitern, verändern wollen. Da 2017 für uns beide ein beruflich ansprengendes Jahr sein wird, haben wir viel überlegt, wie wir das hinkriegen werden. Vor allem das Thema Selbstversorgung.

Selbstversorger Härtegrad

Unter "Selbstversorger" versteht man natürlich, dass sich jemand komplett rund ums Jahr mit den eigenen Produkten aus Haus und Hof versorgen kann. Das ist der geheime Traum eines jeden Gärtners/Mini-Farmers. Das hat schon was von einem Aussteiger-Leben und wird gerne romantisiert.

Um das durchziehen zu können, braucht man:
- entsprechendes (Fach-)Wissen (Garten, Tiere, Landwirtschaft, Handwerk)
- finanzielle Unabhängigkeit
- entsprechendes Anbau-/Weidegebiet (inkl. allen Genehmigungen)
- ein entsprechendes Alter/eine gute Gesundheit um die körperliche harte Arbeit durchzuhalten
- einen starken Willen (gerade bei Fehlschlägen oder wenn es darum geht, die eigenen Tiere schlachten zu müssen)

Schon bei Punkt 1 und 2 scheitern viele. Wer denkt, dass Learning-by-Doing funktioniert, ist auf dem Holzweg. Meist muss man für seine Fehler sehr teuer bezahlen, was uns zu Punkt 2 führt, denn wer mit Nix anfängt, steht auch mit Nix da. Denn kosten tut alles - und am Ende ist das Thema Rundum-Selbstversorger ein Luxus, in den man erstmal investieren muss. Und das am Anfang nicht zu knapp.

Das kann man sehr wohl mit einer Firmengründung gleichsetzen, denn am Ende ist Selbstversorgen eine Unternehmung. Hut ab, vor denen, die das schaffen und täglich arbeiten.

Für uns war das definitiv nie ein Thema. Wir schwächen das Ganze ein bisserl ab.

Die Basis - Selbstversorgung mit Limit

Unser Ziel ist es, dass wir uns mit Gemüse hauptsächlich selbstversorgen können.

Bisher hat das die letzten beiden Jahre auch gut geklappt. Das war sozusagen das Opening unseres Gärtelns. Also sind wir uns nun einig, dass wir den nächsten Schritt tun werden.

Ich sehe das Ganze erstmal als eine Art Küchengarten-Projekt. Am Ende müssen wir vernünftig und realistisch planen können.

Schritt für Schritt in die richtige Richtung


Meine Tipps für jeden, der sich gerne mehr selbstversorgen möchte:

Use-what-you have:
Vor allem meine ich das im finanziellen Sinne. Es bringt nichts, wenn Du die Anfangs total übernimmst, Dir ein Grundstück mietest oder Deinen kompletten Garten umgräbst/graben lässt.
Nimm das was Dir zur Verfügung steht, auch wenn es der Balkon ist.

Wir werden unseren Garten um 2-3 Beete erweitern, das ist absolut ausreichend für unseren Pflanzplan in 2017. Das ist erstmal nicht wirklich teuer, aber wir möchten gute Pflanzerde haben, das kostet nicht wenig.


Plane mit Vernunft:
für uns ist es ganz klar, dass wir weder Kartoffeln, noch Karotten pflanzen werden. Wir wohnen auf dem Land, wir kommen an diese Gemüse sowas von billig und mit einer 1-A-Qualität.
Auch Eier kriegen wir vom Bauern, die groß, dick und megalecker sind. Dafür müssen wir uns keine eigenen Hühner halten, für die wir sowieso keine Zeit haben (nett wäre es aber schon... ). Wir halten uns an unsere Nachbarn.

Saatgut muss nicht teuer sein:
Das günstigste Saatgut kriegst Du aus Deinem Kühlschrank: klick hier für meinen Blogartikel darüber +KLICK+

Wenn Du selbst anzüchten möchtest, ist das grundsätzlich günstiger. Aber auch gutes Saatgut ist sehr wichtig. Ich habe leider sehr schlechte Erfahrungen mit Saatgut von günstigen Online-Gartenhandel. Deshalb würde ich für den Anfang empfehlen, unterschiedliches Saatgut auszuprobieren, dann siehst Du sehr schnell, ob das was wird.

Anzucht - wohin damit?
Wer anzüchtet braucht Platz für die Pflanzenkinderstube und auch wenn die Kids in die Pubertät kommen, sollte noch genügend Platz in Deinem Zuhause sein, bis es im Mai endlich frostfrei ist. Bedenke dies, wenn Du Samen kaufst.

Wenn Du auf dem Balkon/Terasse Platz hast, lohnt es sich in ein Frühbeet zu investieren. Die sind mittlerweile in allen möglichen Größen zu bekommen.

Wie viele Pflanzen für wie viel Personen?
Sehr gute Frage, das kommt immer darauf auf an, wie die Pflanzen sich entwickeln und auch auf die entsprechende Witterung in dem kommenden Gartenjahr.

Hier ein Beispiel:

2 Zucchini Pflanzen versorgen uns als 3-köpfige Familie ohne Probleme. Oft nehme ich meine Ernte auch noch ins Büro, wenn wir es nicht schaffen und die Kollegen freuen sich.

Weniger ist mehr, das ist die Devise. Im ersten Jahr hatten wir 5 Zucchini Pflanzen und mir kam Zucchini schon zu den Ohren raus.

Lerne etwas über Kompost, Erde und Schädlinge

Am Ende ist das Thema Bodenaufarbeitung da A und O - und wer seinen Kompost gut gepflegt hat, kriegt eine fette Belohnung. Guter Humos kostet richtig Geld, deswegen lohnt es sich in den eigenen Boden durch ein kleines bisschen Extra-Arbeit zu investieren.

Dann ist da noch das Thema der Schädlinge, wie z.B. Blattlaus, Schnecken und Co. Da mussten wir auch durch und waren am Anfang extrem tierfreundlich. Manchmal kann man einfach nichts machen, wie z.B. 2015 diese üble Blattlausplage, wo meine Bekannte sagte, die von Beruf aus Gartenprofi ist: da kann man nix machen, da muss man durch, die sind dieses Jahr überall.

Am Ende ist es wichtig, dass man beim Bekämpfen sich bewusst macht, welche Maßnahme gesund ist, was sie mit den Pflanzen und den Nachbartieren macht. Immer an Mutter Natur denken, bitte.

Überlege, was Du NICHT brauchst - keep it short and simple

Das war das Erste was wir festgelegt haben. Wir brauchen keine Kartoffeln und keine Karotten. Davon bekommen wir genügend von den Nachbarn.

Anfangs ist der Enthusiasmus immer sehr hoch, aber am Besten überlegst Du Dir, was wirklich Sinn macht. Gerade Kartoffeln sind so ein Thema. Die bekommt man so günstig vom Bauern fast schon hinterhergeschmissen, da kannst Du Dir den Platz im heimischen Gartenbeet für andere Dinge sparen. Für besondere Kräuter zum Beispiel... *grins*


Erstelle Dir ein Garten-Almanach
Jedes Jahr schreibe ich ein Garten-Almanach, wo ich mir alles Wichtige notiere. Das ist sinnvoll, um alles im Auge zu behalten und aus den Entwicklungen zu lernen.

Das lohnt sich nicht nur für große Gärten, sondern auch für Balkonien.

Dabei muss das Ganze nicht aufwändig sein, sondern praktisch. In meinem nächsten Blog-Post zeige ich Dir wie es geht.

Und, wie planst Du Dein Gartenjahr 2017?

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