Goodbye Blogger!

Sonntag, 3. März 2019




Nachdem sich gerade bei Blogger einiges geändert hat und soweit es sich auch noch ändern wird, habe ich beschlossen mit meinem Blog umzuziehen.



Ich hoffe, ihr lest auch weiterhin mit bei Herbal Kitchen Life - ich würde mich sehr freuen.

Meine neue Adresse ist: 


Komm doch mit mir und lies, was 2019 so alles passiert.



Liebe Grüße
Isabella

Warum gärtnern aus Dir einen Jedi-Meister machen kann...

Samstag, 16. Februar 2019

Kennt ihr einen Garten, der keine Arbeit macht?

Ich rede hier nicht vom klassischen Betonrasen, also betoniert und grün angestrichen.


Jedes Jahr das gleiche Drama


Wenn es im Frühjahr in der Nachbarschaft morgens losgeht mit dem Wettrasenmähen, sind erstmal alle motiviert. Endlich wieder Sonne nach dem langen Winter, jetzt mal die Ärmel hochgekrempelt und ab gehts. Es wird gezimmert, gejätet, gepflanzt, vertikutiert und neu eingesäät und bei dem einen oder anderen kommt der Gartenbauer um die Ecke, der mal kurz den Garten umdesignt.

Die Motivation hält bis Sommer, bis man täglich wässern muss und irgendwie mault schon jeder rum, dass der blöde Rasen wieder gemäht werden muss. Die Leute sind entnervt, weil Garten Arbeit ist und wer einen Garten hat, der kommt nunmal nicht drumherum. Im Herbst hört man dann die Leute sagen:" Den Garten muss ich auch nicht machen, so ein Mist. Gut, dass das bald wieder vobei ist."
Garten ist Arbeit, ist Stress und extrem nervig...

Dabei ist es doch so wichtig einen vorzeigbaren Garten zu haben, aber bitteschön einen, der keine Arbeit macht. Denn irgendwie will man ja auf der obligatorische Grün ums Haus nicht verzichten.  Es gibt ja auch genügend Literatur darüber, wie man als Gärtner faulpelzt. Nur irgendwie geht die Rechnung nie auf, wenn Mutter Natur nur nicht so bockig wäre.

Habt ihr schon mal echte Gartenprofis beobachten können?
Die gibt es sicher auch in Deiner Nachbarschaft. Schau Dich mal um, dann findest Du die Gärten, wo irgendwie alles stimmt. Es blüht und brummt, manchmal ist es ein bisschen unordentlich, aber das stört nicht. Irgendwie ist alles in einer gewissen Harmonie, es ist entspannt, stimmig, im Einklang... und irgendwie steht auch immer jemand im Garten und ist am Wursteln. Diese Menschen sind sehr entspannt, freundlich und lachen gerne und viel. Warum eigentlich?


Ob Jedi-Power oder Zen-Mind... irgendwas passiert da


Gärtnern ist, wie jede Sache im Leben, eine Frage der Einstellung. Nicht jeder ist fürs Gärtnern geschaffen. Aber niemand ist talentfrei. Jeder kann gärtnern, wenn er oder sie das möchte, jeder hat mal angefangen, also lohnt sich falscher Perfektionismus überhaupt nicht.

Die Natur macht was sie will, mal ist es zu nass, zu trocken und mal wird man von einer Horde Schnecken seiner Sonnenblumen beraubt. Gärtnern kann frustrierend sein, denn nie tut die Natur was sie soll. Wer dabei einen Koller kriegt, sollte sich eindeutig ein neues Hobby suchen und sich einen Gärtner leisten.

Fakt ist: den perfekten Garten gibt es nicht, den perfekten Gärtner/Gärtnerin auch nicht. Niemand kann auf die Natur Einfluss nehmen. Das finde ich unglaublich entspannend.

Das mag der Grund sein, warum die echten Gartenprofis gut gelaunt sind. Sie nehmen alles so wie es ist und pflegen bedächtig ihren Garten mit der Einstellung, dass alles schon gut wird.

Ohne Mensch ist der Garten leer....


Ich kam täglich an einem Häuschen vorbei mit den wundervollsten Rosen, dass ich jedes Mal einfach stehenbleiben musste um diesen Garten zu bewundern . Und immer war diese nette alte Dame vor der Türe, die immer schnippelte und lachte und sich freute, wenn jemand vorbei kam. Als sie nicht nicht mehr vor die Türe gehen konnte, war der Garten irgendwie verwaist. Etwas hat fehlte. Der Garten war nicht mehr derselbe...

Es ist doch erstaunlich, dass wenn wir von naturnahen Gärten, Rosengärten, Bauerngärten und all den anderen Gartenstilen sprechen, die Menschen, die dort hineingehören, ausser Acht lassen.

Dabei ist das Gärtnern doch eine wunderschöne Art der Beziehung zwischen Pflanzen und Menschen, die auf Liebe, Freude und Achtsamkeit beruht. Ohne Mensch kein Garten, ohne Natur kein Mensch. Interessanter Aspekt, oder?

Was meinst Du dazu?

Noch ist es ganz ruhig...

Sonntag, 10. Februar 2019


Noch hält alles Winterschlaf. Es wird gerade etwas milder und so langsam tauen die vereisten Flächen auf.


Das Efeu rankt sich um die Bäume und gibt den nackten Ästen etwas Mystik. Wann wohl die Schneeglöckchen kommen?


Bei diesem kurzen Waldspaziergang habe ich wieder gemerkt, wie wichtig doch eine gute Kamera ist. Leider hatte ich prompt meine Speicherkarte nicht in der Spiegelreflex und grandioserweise zuhause liegen lassen. Dafür musste nun das Handy herhalten und irgendwie sind die Bilder nicht so geworden, wie ich es gerne gehabt hätte.

So ist das nunmal... wenn man sich nicht um die Ausrüstung im Voraus kümmert.


Wie das mit der Kräuterarbeit anfing...

Donnerstag, 24. Januar 2019


Der Blick aus meinem Fenster - was braucht man mehr?


Ich sage immer, daß Kräuterarbeit auch Seelenarbeit ist. Was ich damit meine, möchte ich Dir gerne mit einer kleinen Anekdote näher bringen:

In der Stadt zurück zur Natur

Schon seit ich klein bin, bin ich der Natur verbunden. Aufgewachsen bin ich auf dem Land, zwischen Feld, Wald und Wiesen - und ein kleines bisschen Wald.

Aber zur Kräuterarbeit bin ich witzigerweise in der Zeit gekommen, als ich in der Stadt lebte - aus purer Sehnsucht zur Natur. Mein Mann und ich lebten damals in einer Wohnung einer Wohnsiedlung einer ehemaligen US-Kaserne.  Es war unsere erste gemeinsame Wohnung, sehr günstig, geräumig und nah an unseren Arbeitsplätzen. Der einzige Naturpunkt war der gegenüberliegende Friedhof und ein brachliegendes Baseballfeld.

Anfangs fand ich es sehr aufregend in der Stadt zu leben, aber nach einer Weile merkte ich, dass ich irgendwie nie dort "ankam".Was mich damals furchtbar störte, war, dass ich nicht mal mehr die Sterne sehen konnte. Ich vermisste das schrecklich. Kein Grillengezirpe, nur Autolärm und die nahe Polizeidienststelle ließ uns häufig nicht schlafen.

Ich begann den Ausblick auf den Friedhof zu lieben, mit seinen Bäumen und seiner vermeintlichen Stille. Morgens setzte ich mich zu meinem Kaffee in Richtung Bäume, um die urbane Wüste nicht sehen zu müssen. Mohnblumen hatten sich auf dem alten Baseballfeld ausgesäät, das war für meine Augen eine wahre Wohltat, wenn sie sich emporkämpften.

Das war aber nur ein schwacher Trost. Ich träumte von Wäldern, summenden und brummenden Wiesen und von den Sternen, natürlich. Deshalb waren wir auch jedes Wochenende irgendwo in der Natur unterwegs. Nur raus aus der Betonwüste.

Der Start in die Pflanzenkunde


So begann ich meine ersten Pflänzchen in der Wohnung zu ziehen. Ein Versuch die Natur wieder in meine Umgebung zu holen. Und ich las viele Bücher - viele Gute und auch viele Schlechte.

Mein Interesse war geweckt und mich interessierte so Vieles, wie die Geschichte und die Anwendungen früher wie heute. Aber kein Buch war ein besserer Lehrmeister wie die Pflanze selbst und so experimentiere ich mit Rezepten herum, was mal mehr oder weniger erfolgreich war.

Durch ihre unterschiedlichen Wirkweisen und auch durch die unterschiedlichen Anwendungen bewirken Pflanzen, dass sie unser Innerstes berühren.Durch Pflanzen werden wir aktiv, können uns entspannen, werden gut gelaunt, können aber auch depressiv werden. Pflanzen können heilen und auch töten.


Das ist das faszinierende und spannende an der Pflanzenkunde. Es gibt so viele Facetten und Anwendungsmöglichkeiten.

Dabei müssen wir am Ende nur vor die Haustür oder in den Park gehen, gerade unsere heimischen Kräuter sind extrem faszinierend.

 Lernen "hinzuhören & hinzusehen" und dabei Spaß haben

Wenn ich Pflanzen anwende, sei es in der Naturkosmetik oder als Räucherung, so gehe ich auf Nummer Sicher und verwende ich immer Pflanzen die mir wohlbekannt sind und ich weiß, welche Wirkweise diese haben.

Bei der Arbeit mit Pflanzen sind alle Sinne des Menschen in Aktion. Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen - das ist einfach wunderbar. Vielleicht heisst es deswegen auch "zurück zur Natur", weil wir in der Pflanzenwelt alle unsere Sinne aktivieren müssen, um sie auch richtig wahrnehmen zu können. Genaugenommen gehen wir dabei zurück in unsere eigene, menschliche Natur und schöpfen so unser Sinn-Potential komplett aus.

Manchmal auch zu sehr:
Ich erinnere mich allzu lebendig an meinen allerersten Lavendel-Sud. In meinem Eifer hatte ich vergessen ein Fenster in der Küche aufzumachen und die Küchentüre war auch zu. Ich hatte viel Lavendel, wenig Wasser, das Ganze brannte dann an, bis heute weiß ich nicht, welcher Teufel mich geritten hatte, diesen Mist auszuprobieren. Faktum war, dass der Gestank mit den freigesetzen ätherischen Ölen in einem geschlossenen Raum alles andere verträglich für mich war. Mir war noch ein paar Tage danach schlecht und Lavendel konnte ich für eine Weile gar nicht mehr riechen.

Die richtige Kräuterarbeit ging bei mir erst los, als wir endlich aufs Land zogen und ich meinen eigenen Garten anlegte. Mit vielen Fails und Aha-Effekten hat sich das Ganze dann zu einem recht brauchbaren Wissensstand angehäuft.


Aufhören tut man mit dem Lernen nie. Die einen lernen schneller, die anderen langsamer. Ich bin ein langsamer Lerner... soviel zum Thema... öhm.
  
Es macht mir Spaß zu experimentieren und ein bisschen Naturforscherin zu spielen. Es hat sich mit den Jahren von Neugier zum Hobby und dann zum Lifestyle entwickelt, den wir als Familie täglich leben.

Wir leben nicht von der Natur, wir leben mit ihr zusammen. Jeder von uns. Warum also nicht ein bisschen mehr Interesse an unserer "Mitbewohnerin" zeigen und sie besser verstehen lernen? Und das Kennenlernen macht so viel Spaß.

Kreativpause zum Krafttanken

Sonntag, 13. Januar 2019



Wie schon angekündigt, gehe ich in eine Kreativpause mit meinem Blog.  Mein Thema ist Entschleunigung und dabei möchte ich mehr das Thema des Blogs spezialisieren, die Inhalte verbessern und auch meinem Herbarium die Chance geben zu wachsen.
 

Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.

John Steinbeck, amerik. Schriftsteller, 1902-1968


Bis dahin habt eine gute Zeit, ich werde meine Kreativpause sehr sinnvoll nutzen und verschiedene Dinge aufarbeiten. Das Gartenjahr hat ja erst begonnen. Es bleibt spannend.




2019 mit Herbal Kitchen Life

Montag, 31. Dezember 2018

Ich wünsche euch einen fantastischen Start in das neue Jahr 2019!

Viel Gesundheit, Erfolg und natürlich Kräuter in Hülle und Fülle wünsche ich euch allen zusammen.



Was bedeutet 2019 für Herbal Kitchen Life? Entschleunigung....


Auf jeden Fall viele spannende Themen rund um Pflänzchen, Rezepturen und allem was die Natur uns schenkt.

Vorallem aber auch halte ich mich an meinen persönlichen Vorsatz und entschleunige mal ein paar Dinge in meinem Leben. Dazu gehören, die Sachen, die niemand großartig vermissen wird, die ich aber gemacht habe, weil "das zum Bloggen dazugehört".

Wie schon gesagt, ich bin Privatbloggerin und möchte dies auch so halten. Und ich kann die Dinge nur gut machen, wenn ich Muse und Zeit und auch Motivation habe.

Da mein Blog-Thema eher zu den Nischen-Themen gehört, ist eine hohe Follower-Schlagzahl für mich gar nicht wichtig. Ich habe Spaß am Schreiben und am Teilen meiner Erlebnisse und freue mich im Gegenteil an jeder/jedem einzelnen LeserIn, der/die meinen Blog besucht.


Da ich vermehrt Zeit in mein Herbarium stecken will, streiche ich unnötige Internet-Kaspereien am Blog. Praktisch bedeutet das, dass ich meine meine Facebook-Weiterleitung aus dem Blog geschmissen habe. Es gibt also keinen FB-Blog dieses Blogs mehr - weil es auch gar nicht sein muss und nie irgendwas fortschrittliches gebracht hat.





Was gibt es Neues in 2019 in Herbal Kitchen Life? Herzblut...


... denn das gehört schon dazu, wenn man weiterhin bloggt. 

Pflanzenkunde: wie schon angekündigt, arbeite ich an meinem digitalen/gemalten Herbarium. Besser gesagt einem Herbarium Magicum, d.h. die Beiträge handelt sich nicht nur um die Pflanze, sondern auch um deren Anwendung.

Wildes Kochen: Rezepte zum Nachkochen und Rezepturen für Haus und Hof sind natürlich auch mit dabei. 

Gartenzauber: mehr Garten und  mehr Einblick in meine gepflanzten Schätzchen und die Veränderungen, die unser Garten mit der Zeit macht.

Naturschätze: Findlinge, Steine, Schneckenhäuser, Harze, Hölzer - alles, was die Natur uns bereitet.


Die Stars in 2019 des NABU


natürlich möchte ich euch die Hall of Fame des NABU von 2019 nicht vorenthalten:

Der Vogel des Jahres 2019:  Die Feldlerche

Das Wildtier des Jahres 2019: Das Reh

Der Lurch des Jahres 2019:  Der Bergmolch

Das Insekt des Jahres 2019: Die rostrote Mauerbiene

Der Schmetterling des Jahres 2019:  Das Schachbrett

Das Gemüse des Jahres 2019:  Die Gurke

Der Baum des Jahres 2019: Die Flatter-Ulme

Die Heilpflanze des Jahres 2019:  Das Echte Johanniskraut

Die Blume des Jahres 2019: Die Besenheide

Eine vollständige Liste der brandheißen Prominenten findest Du hier +klick+.


Magische Räucherung für die Rauhnächte 2018/2019

Mittwoch, 26. Dezember 2018




Nach den Festtagen am 25.12. beginnen die 12 Rauhnächte (Raunächte, Rauchnächte), folglich enden sie zum 6. Januar.

Die Tore zur Geisterwelt sind weit geöffnet, der Schleier zwischen unserer Welt und der Anderswelt ist sehr dünn. Im germanischen Glauben beginnt die Wilde Jagd, wo Odin oder Wodan und seine Vasallen durch die Länder streifen. Geister, magische Wesen, sprechende Tiere aus der Ober- und Unterwelt streifen durch das Land.

Die Bevölkerung fürchteten damals die Wilde Jagd und um der Geisterschar zu entgehen, verkleideten sich diese mit Fellen und schaurigen Masken und liefen laut und lärmend in einer Prozession durch die Dörfer, um die Geister zu vertreiben und um das Böse zu verbannen.

Man kennt diese Umzüge auch als Perchtenläufe, wie sie heute noch bei uns in Süddeutschland abgehalten werden. Die Perchta, ist niemand anders als die Göttin Holle, die für die Raunächte als Schutzgöttin fungiert. Sie bestraft die Faulen und schützt Haus und Hof vor Unglück.

Was sind die Raunächte für uns heute?


Die Rauhnächte sind die ruhigen Tage, die uns innehalten lassen, sie sind perfekt für Innenschau, Innehalten und Planen für das neue Jahr. Wir wenden uns bewusst unserer Zukunft zu.

Traditionell wurden zu dieser Zeit Orakel befragt, wie die Runen, Blei gegossen oder man fand sich mitternächtlich auf einer Wegkreuzung ein, um den künftigen Ehemann zu erfragen. Also auch eine Art Zukunftsplanung, wenn man es genau nimmt.

Draußen ist es sehr kalt, der Garten schläft und wir Menschen dürfen nach dem Trubel der Festtage einmal tief durchatmen. Alles geht langsamer und ruhiger.Vielleicht träumen wir auch sehr intensiv in dieser Zeit und unser Geist kann durch die Weltenschleier ein Stück unserer Zukunft sehen.
Wer weiß das schon?

Haus und Hof räuchern in den Rauhnächten


Traditionell wurden Haus, Hof und Stall von schlechten Energien und bösen Geistern befreit, in dem sie mit Weihrauch "ausgeräuchert" wurden. Hierzu wurde meist immer noch ein Segen gesprochen und in einer kleinen Hauszeremonie ging man von Raum zu Raum, um mit den Weihrauch alles zu "reinigen". Aber auch um die guten Geister und Energien anzuziehen.

Dieser Brauch existiert selbstverständlich noch heute. 

Räucher-Rezept für zauberhafte Rauhnächte


Möchtest Du auch Dein Zuhause traditionell von schlechten Energien reinigen und die guten Energien einladen, dann habe ich Dir hier eine schöne Rezeptur, die Du verwenden kannst.

Zum Räuchern brauchst Du immer:
  • Räucherkohle
  • ein feuerfestes Gefäß, z.B. eine Schale mit Sand gefüllt
  • einen Fächer oder Feder, um den Rauch zu verteilen

Wenn Du erst mit dem Räuchern beginnst, gibt es eine einfache Rezeptur, wo nie etwas schief geht:

1 Kraut + 1 Holz + 1 Harz - zu gleichen Teilen

Rezeptur:

Mistelkraut + Eichenrinde + Olibanum Somalia



Anwendung:
Die Räucherkohle in die mit Sand gefüllte, feuerfeste Schale legen. Bitte darauf achten einen Untersetzer aus Kork oder Keramik zu stellen. Sicher ist sicher.
Die Räucherkohle anzünden und warten bis sie durchgeglüht ist, dann mit einem Teelöffel die Räuchermischung auflegen, schon geht es los. Achtung, die Schale erhitzt sich stark, pass auf Deine Hände auf.

Ganz wichtig: Räucherungen dürfen nicht verzehrt werden und gehören nicht in Kinderhände. Ebenso sollte immer der Umgang mit Feuer nur Erwachsenen obliegen.

Festtagsessen: Schwalbennester

Dienstag, 25. Dezember 2018

Ich wünsche euch ein noch nachträglich ein wunderschönes Yul-Fest und zauberhafte Raunächte in den nächsten Tagen.

Leider habe ich es nicht geschafft vorab etwas zu posten, weil auch bei mir bis in die letzte Minute Vorweihnachtsstress angesagt war. Aber das hat mich nicht davon abgehalten unser leckeres Yul-Essen zu dokumentieren und mein Rezept will ich euch nicht vorenthalten.

Schwalbennester mit Spätzle und Festtags-Soße


Traditionell werden Schwalbennester mit Senf-Soße und Kartoffelsalat zubereitet. Ich persönlich mag diese Kombination nicht sonderlich und somit habe ich einfach das Rezept anders gestaltet.



Du benötigst für ein Festtagsessen für 4 Personen:

1. Für den Fond:
- Suppengemüse (Karotten, Sellerie, Lauch, Petersilie)
- Rinderknochen mit ein bisschen Suppenfleisch (mit schön viel Fett)
- Muskat, Salz, Pfeffer 
- 150 g Schmand
- Mehl nach Bedarf für die Soße

2. Für die Schwalbennester:
- 8 Eier
- 8 Rinderschnitzel, schön dünn
- 8 Scheiben Kochschinken
- Salz, Pfeffer, Gewürzmischung für Fleisch nach Belieben

3. Für die Spätzle:
- 6 Eier
- 800 g Spätzlesmehl (z.B. von Aurora)
- 150 ml Wasser
- Prise Salz


Weitere Utensilien, die Du brauchst:
  • ein Handrührgerät
  • eine Spätzlereibe/-presse/-schaber
  • Ein feinmaschiges Sieb 
  • Küchengarn für die Schwalbennester

Und so geht´s - Schritt für Schritt:


 1. Der Fond wird zubereitet

Der Fond dauert am längsten. Manche machen ihn schon am Vortag, aber ich habe am Morgen damit angefangen, das ist auch in Ordnung.
Einen großen Topf mit Wasser aufsetzen, das Suppengemüse putzen, zerkleinern, hineingeben, den Knochen und Suppenfleisch hinzugeben und alles für 2-3 Stunden auf leichter Flamme köcheln lassen.



2. Die Eier kochen

Ein Topf mit Wasser zum Kochen bringen und die Eier 10 Minuten hart kochen, dann gut abschrecken und auskühlen lassen. Wichtig ist, dass sie sich am Ende schnell und gut schälen lassen.

Diesen Vorgang kannst Du während der Fondzubereitung machen. Die Eier sollten gut ausgekühlt sein, deswegen empfiehlt sich das Ganze auch am Vormittag zu erledigen.


3. Die Spätze zubereiten

Zum Spätzle machen, nehme ich immer eine Spätzlesreibe, die hat sich bewährt und ist für mich idiotensicher. So gelingt die schwäbische Pasta immer.  

Aber zuerst einen großen Topf mit Wasser erhitzen, das Wasser sollte kochen, wenn Du mit dem Reiben beginnst. 

Der Teig ist wirlich einfach in der Zubereitung. Eier in die Rührschüssel schlagen, Salz dazu, etwas miteinander verquirlen und dann das Spätzlesmehl nach und nach einstreuen. Dazu immer wieder mit dem Handrührgerät durchrühren, dass es keine Klümpchen gibt, nach und nach dann immer wieder das Wasser nachschütten, bis ein zäher, kaugummiartiger Teig entsteht.


Jetzt geht es los mit dem Reiben! Die Spätzlesreibe auf deinen Topf mit kochendem Wasser platzieren und mit einer Suppenkelle den Teig in das Reibequadrat geben und auf und ab bewegen, so wird der Teig durch die Bewegung durch die Löcher gepresst und tropft in das kochende Wasser. Die Spätzle entstehen.




Sobald Du eine Portion fertig hast, lass die frischen Spätzle noch ein wenig im Wasser, bis sie aufsteigen und an der Oberfläche schwimmen. Am besten lass sie dort noch 2-3 Minuten länger tanzen, bis Du sie mit einer Schöpfkelle in eine separate Schüssel fischst. 

Diesen Vorgang so lange wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist und Du einen kleinen Berg voller gold-gelber, leckerer Spätzle hast.

Tipp:
Du kannst Spätzle ebenfalls am Vormittag machen und sie bis zum Abend ausgekühlt im Kühlschrank aufbewahren. Wenn Du eine Mikrowelle besitzt, kannst Du sie spielend leicht wieder aufwärmen, bevor Du das Fleisch servierst. 


4. Der Fond ist fertig

Mittlerweile müsste Dein Fond schon verführerisch riechen und leckere Fettaugen müssten auf der Oberfläche schwimmen. 

Jetzt trennen wir das Gemüse und das Fleisch von der Brühe, indem wir eine große Schüssel nehmen und ein feinmaschiges Sieb darüber tun. Dann die Brühe mit Inhalt darüber gießen. Das Gemüse behalten wir in einer separaten Schüssel für die Soße, den Knochen und das Suppenfleisch nehmen wir raus.

Den Fond gießen wir wieder in den großen Topf zurück und erhitzen ihn wieder leicht, so dass er wieder köchelt.


5. Die Schwalbennester  

Die Eier müssen nun geschält werden, so dass sie schön weiß und nackig sind.

Wir nehmen die Rinderschnitzel und legen sie auf ein Brett. Du kannst gerne eine Bratengewürzmischung verwenden oder einfach nur Salz und Pfeffer. Wichtig ist, dass die Schnitzel beidseitig gut damit gepudert sind.

So entsteht ein Schwalbennest:

Das gewürzte Schnitzel wird ausgelegt, in die Mitte kommt ein Stück Kochschinken und dann ein
Ei.

Nun darf gerollt werden, d.h. wir machen dem Ei ein schönes Nest, ähnlich wie bei einer Roulade und packen ein Päckchen. 

Als Unterstützung kommt uns das Kochgarn zu Hilfe, mit welchen wir dann ein schönes Päckchen schnüren können, dass es so aussieht:



Nun geht es an die Vorbereitung zum Kochen:

Die Schwalbennester müssen vorab in einer Pfanne angebraten werden. Also eine Pfanne mit Öl oder Fett erhitzen und die Schwalbennester von alles Seiten anbraten. Auch von oben und unten an den Öffnungen. Dabei dürfen gerne etwas krosse Stellen entstehen, aber nicht zu sehr.

Ist ein Schwalbennest fertig mit braten, wandert es sofort zum Durchgaren in den köchelnden Fond.
Die Nester müssen alle mit Fond bedeckt sein, um gar zu werden.

Sind alle Schwalbennester im Fond-Bad, dann zudecken und für 50 Minuten garen lassen. Immer mal wieder reinschauen, damit nichts schief geht.

Nach 50 Minuten die garen Schwalbennester aus dem Fond nehmen und auf eine Servierplatte zwischenparken. Keine Sorge, die dürfen bald wieder zurück.


6. Die Soße


Für die Festtags-Soße habe ich folgende Gewürzmischung zusammengestellt:

- 1 TL Kardamon
- 1 TL Zimt
- 5-6 Gewürz-Nelken

Pfeffer und Salz befinden sich schon im Fond durch die Nester, deswegen ist dies erstmal nicht nötig, sonst versalzt das Ganze.

Die Schwalbennester sind also zwischengeparkt, der Fond ist noch übrig, damit machen wir die Soße. Hast Du noch zu viel Fond übrig, dann schöpf Dir etwas ab und friere es ein für die nächste Soße oder eine leckere Suppe.

Der Fond wird mit etwas Mehl angedickt, dann kommt der Schmand dazu, dass eine leicht dickflüssige Soße entsteht. Mit einem Schneebesen entsteht das beste Ergebnis und es gibt keine Klümpchen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, nimmt dazu einen Mix-Stab.

Dann wird die Gewürzmischung hinzugegeben und wieder leicht aufgekocht. Bitte immer mal wieder abschmecken. Nun darf das Gemüse wieder in die Soße zurück.

Und - auch die Schwalbennester - hurra, alle sind wieder zusammen.

7. Servieren


Sollten die Schwalbennester zu sehr ausgekühlt sein, lass sie ruhig in der Soße noch aufwärmen. Währenddessen kannst Du die Spätzle in der Mikrowelle erwärmen.

Ein kleiner Gourmet-Tipp noch zur Geschmacksverfeinerung: einen Klecks Himbeer-Johannisbeer-Marmelade auf jeden Teller. Das ist der Hit!

Tadaaa - fertig ist Dein Festtagsessen! Genieße es!


Ach ja - und was ist mit dem Suppenfleisch?  Da hab ich schon jemand, der sich ganz dolle darüber freut:



Botanisches Malen- meine Tipps für den Einstieg

Sonntag, 25. November 2018

   
Dieses Jahr habe ich mit dem Botanischen Malen angefangen. Gäähn, wie langweilig, denkt jetzt der eine oder andere. Aber ich finde es total spannend, wenn man sich näher damit beschäftigt. Außerdem liebe ich das Malen. Und so erging es mir:

Warum Motivation allein nicht reicht

So, nun hab alle meine Materialien zusammen: Bleistift, Farben, Skizzenbuch und ganz, ganz viel Motivation.

Ich fühle mich wie Maria Sibylla Merian, als ich mich in meinem Garten auf die Suche nach dem perfekten Motiv mache. Ich bin eine Forscherin auf der Pirsch nach dem perfekten Objekt. Selbstverständlich will ich alles richtig machen und schaue mich um, welches Motiv die Ehre haben wird als Erstes in meinem noch jungfräulichen Skizzenbuch verewigt zu werden.

Gut, ich hab ewig nicht mehr gezeichnet... so richtig gemalt schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Aber das muss ja Nichts heißen. Da werd ich schon wieder reinkommen.


Ich bin der festen Überzeugung, ich könnte mit etwas Übung Marjolen Bastin Konkurrenz machen. Ja, heute wird ein guter Tag! Ich spüre es deutlich! Heute entsteht ein episches Kunstwerk!

Da, meine Schwertlilie... perfekt, so eine Schönheit. Aber mmmh, sieht schwierig und kompliziert aus. Die Farbe, die Blattadern, die Form, im meinem Kopf dreht sich alles. Wie setze ich das um? Öhm, wie fange ich am Besten damit an?

Vielleicht doch einfach nur das Gänseblümchen da drüben... Meine Güte, hat das viele Blütenblätter... mmh... einfach ist das auch nicht. Ich möchte doch, dass es perfekt aussehen wird.

Irgendwie dämmerte es mir, dass das trotz meiner tollen Motivation in die Binsen geht. Ich merke gleich, ich krieg meine erste Künstlerblockade - und dabei hab ich noch nicht mal angefangen - Hilfe!

 Mein allererstes botanisches Aquarell und Einstiegsprojekt in meinem Kurs


Schlimme Dinge könnten geschehen... oder auch nicht...


Nun gut, Botanische Malerei ist wirklich eine Sache für sich. Das einfachste Thema hatte ich mir definitiv nicht rausgesucht. Wenn man sich im Web umschaut, wird man erschlagen von Kunstwerken, die Fotografien gleichen. So perfekt, so detailgetreu und dann schau ich in mein Skizzenbuch und denkt nur: na, wenigstens sieht man, dass es eine Blume ist.

Also, einfach durchatmen, denke ich mir,  und alles nochmal auf Anfang. Soviel Bilderflut läßt den eigenen Perfektionsimus übersprudeln und man verzettelt sich unglaublich schnell, bis man das Gefühl hat, man sollte am besten gar keinen mehr Pinsel anfassen, da sonst schlimme Dinge passieren könnten - oder auch genau das Gegenteil.

Nach meinen ersten Erfahrungen, kann ich Dir für den Einstieg in das Botanische Malen folgende Tipps geben:


Tipp 1: Belege einen Kurs

In meiner Verzweiflung habe ich einen Online Kurs gebucht. Empfehlungs-Links dazu findest Du unten im Artikel. Es war sehr hilfreich für mich, erstmal den Instruktionen zu folgen und dann selbstständig weiterzumachen. Am Ende wächst man durch ständiges Üben.

Da ich immer viel unterwegs bin, ist gerade ein Online Kurs das Richtige für mich. Ich kann selbst bestimmen, wann ich ins nächste Kapitel einsteige und mir meine Zeit dabei einteilen. Dabei wachse ich an meinem Aufgaben, die mir selbst stelle und verliere die Angst vor dem leeren Blatt und dem Projekt.
Ich vernetzte mich mit Online-Communities, um selbst mal ein Bild von der Arbeit anderer zu bekommen. So kann ich Schritt für Schritt meinen eigenen Stil entwickeln und langsam, aber stetig mich verbessern.

Tipp 2: Entwickele einen gesunden Perfektionismus

Gerade am Anfang, will man alles richtig machen und dann klappt irgendwie gar nichts mehr. Der eigene Perfektionismus sabotiert das Vorhaben. Deswegen ist es wichtig, dass Du mit Dir selbst geduldig und liebevoll umgehst. Lernen kann man am besten durch Fehler.

In der dokumentarischen Botanischen Malerei ist gerade die Präzision so wichtig, um eine Pflanze detailgetreu darstellen zu können. Aber das soll Dich nicht stören. Du musst ja keine botanische Doktorarbeit verfassen.

Ich musste meinen Perfektions-Geist erstmal austreiben, damit ich überhaupt anfangen konnte. Freies Herz, Geist und Verstand bringen die besten Ergebnisse.

Mein Perfektionismus verschwindet nicht. Aber ich habe ihn besser im Griff. Ganz verschwinden soll er auch nicht, sonst fehlt mir der essentielle Gedanke an meiner Aufgabe zu wachsen.

Wichtig ist auch, dass Du Freude und Spaß daran hast.


Der Löwenzahn, es geht schon besser

 

Tipp 3: Arbeite mit Skizzenbüchern


Ich habe viele Skizzenbücher, bei den meisten finde ich den Inhalt schrecklich hässlich, kann sie aber irgendwie nicht wegwerfen. Durch den Kurs und im Austausch mit anderen MalerInnen, habe ich jedoch gelernt, dass Skizzenbücher sehr wertvoll sind.

Du wirst nicht von Anfang an ein Kunstwerk schaffen können, aber du kannst mit Skizzenbüchern Deinen Fortschritt dokumentieren und alles ausprobieren, was Dir gerade in den Sinn kommt. Ein Skizzenbuch darf Fehler beinhalten. Wir sind ja nicht auf einer Kunstakademie, die uns eine schlechte Note gibt.

Du kannst unterschiedliche Materialien verwenden, wie Fineliner, Filzstifte, Buntstifte, Aquarell- oder Pastellfarben. Oder nur einen Bleistift. Das hat auch Stil. Nichts hält Dich auf.

Tipp 4: Botanisches Malen heißt Zwiesprache mit der Pflanze

Erster Grundsatz ist, dass man das Gewächs, welches zu Papier gebracht werden soll, auch bestimmt. Das gehört zum guten Ton. Motiv "ohne Titel" ist also nicht. Dabei hilft Dir dann auch ein Bestimmungsbuch, wir wollen ja stilsicher einsteigen, oder nicht?

Aber wenn Du HerbalistIn bist, ist das ja kein Problem. Wenn Du nicht weißt, welche Pflanze es ist, weißt Du sicher wo Du nachschlagen kannst.

Ähnlich wie beim Verarbeiten von Pflanzen, sehe ich immer eine gewissen Zwiesprache mit ihr. Liebevoller, respektvoller Umgang, dazu auch die Verantwortung, nicht alles gleich zu pflücken und mit nach Hause zu nehmen. Es könnte sich um eine geschützte Art handeln. Dann lieber ein Foto machen, wenn Du Dir nicht sicher bist.

Tipp 5: Bleib dran - denke nicht, tu es einfach

Zeichnen und Malen lernen ist kein Hexenwerk, auch wenn es einem manchmal so vorkommt. Du brauchst nur Übung und Geduld. Klingt einfach, aber es ist manchmal ein echter Stresstest. Aber dafür hast Du Dein Skizzenbuch, Fehler sind willkommen, sie bringen Dich weiter. Du kannst einfach eine Seite umschlagen und wieder von vorne beginnen.

Schaffe Dir zum Malen eine schöne Atmospähre, vielleicht mit einer Räucherung, einer ruhigen Hintergrundmusik und einem feinen Tee.

Schalte den Perfektionismus auf low power und fang einfach an. Das ist die beste Medizin. Nicht denken, einfach machen... und dann flutscht es, Du schulst Dein Auge und wirst immer besser.

Pflanzen malen schafft einen anderen Blickwinkel zur Natur

Jedes Auge sieht anders und im Gegenteil zum Foto, schafft ein Gemälde einen anderen Blickwinkel. Ich sehe ein Gemälde als "Seelensprache", das mit dem Betrachter kommuniziert und das Herz berührt.

Es gibt Dir Ruhe im Moment und in der Pflanzenkommunikation. Die Natur kann so wunderschön komplex sein, dass sich immer ein zweiter Blick auf die Pflanzenwelt lohnt. Es gibt so viel zu entdecken und kennenzulernen.

Und es lohnt dieses Abenteuer mit Pinsel und Farbe zu bestreiten. Auf geht´s!

Interessiert Dich ein Online Kurs? Hier meine Empfehlungen:

  • Online Aquarell Kurse von Gesche Santen (deutsch) +klick+
  • Online Kurse mit Farbstiften von Wendy Hollender (englisch) +klick+


Tea Time I: Und was ist mit Tee??

Sonntag, 18. November 2018

Herzlich willkommen zu meiner Serie Tea Time. Ich möchte euch hier ein weiteres Interessensgebiet von mir nahebringen: meiner Liebe zu gutem Tee.

Du magst auch Tee? Aber weißt Du auch, dass nicht alles was mit heißem Wasser aufgebrüht wird, auch gleichzeitig ein Tee ist?



Was ist denn nun Tee genau?



Als Tee wird offiziell nur die mit heißem Wasser über-/aufgebrühten Blätter der Teepflanze (camellia sinensis) bezeichnet. Die Teepflanze gehört zur Gattung der Kamelien und findet sich in der Familie der Teestrauchgewächse ein.

Es gibt unterschiedliche Typen des Teestrauchgewächses, die entsprechend unterschiedliche geschmackliche Richtungen ergeben, wie hell und blumig oder dunkel und würzig.

Bei der Geschmacksnote spielt das Anbaugebiet eine große Rolle, selbstverständlich auch die entsprechende Züchtung und Weiterkultivierung der Teepflanze.


So kommen Dir die Namen der Tees sicher bekannt vor: Ceylon (Sri Lanka), Assam (Nord-Ost Indien), Darjeeling (Westbengalen, Indien), Pu-Erh (Pu ér, Yunnan, China).


Entstehung der Teesorten - eine Frage der Verarbeitung



Schwarztee
Das grüne Teeblatt wird gepflückt und getrocknet. Dann wird es in einem mechanischen Arbeitsschritt gerollt. Beim Rollen bricht das getrocknete Blatt auf, der Saft tritt aus und reagiert mit dem Sauerstoff der Umgebung, eine Oxidation (Fermentation) setzt ein. Das Blatt wird schwarz, ähnlich einer Bananenschale, die man offen liegen lässt. Nun geht es an die zweite Trocknungsrunde, wo fast alle Restfeuchtigkeit dem Blatt entzogen wird, welches am Ende auch der Haltbarkeit dient.


Grüner Tee
hierbei wird nach dem ersten Trocknen durch Erhitzen der Blätter der Oxidationsprozess unterbrochen. Deshalb bleibt das Blatt grün und im Geschmack schmeckt er leicht bitter. Das liegt an der Unterbrechnung der Oxidation.


Matcha Tee
wird aus den jüngsten und feinsten Blättchen gewonnen.Seine Verarbeitung ist gleich dem grünen Tee, nur dass er am Ende zu feinstem Pulver gemalen wird. Er findet Anwendung in der traditionellen japanischen Teezeremonie, wo das feine Pulver mit einem Bambusbesen in das  heiße Wasser zu einem Tee "aufgeschlagen" wird.


Weißer Tee
nur die geschlossenen, jungen Blattknospen dürfen verwendet werden. Die Blätter haben noch kein Chlorophyll gebildet. Deshalb dieser zarte, milde Geschmack. Sie werden wie der grüne Tee getrocknet und dann kurz erhitzt. Es findet also auch kein Oxidationsprozess statt.


Oolong Tee
hat viele Arbeitschritte, neben dem Trocknen und Fermentieren wird dieser Tee gepresst und mit besonders hohen Temperaturen "gebacken". Die Kombination von Hitze und Pressung bestimmen die Qualität und natürlich auch die Haltbarkeit.


Gelber Tee
befindet sich dem Verarbeitungsprozess zwischen dem Weißen Tee und Oolong Tee. Er ist ebenfalls schwach fermentiert. Nach dem Erhitzen wird er nicht sofort verarbeitet, sonder man gibt dem Teeblatt noch etwas Ruhezeit.


Pu-Ehr-Tee, der Ziegeltee
ebenfalls ein teil-fermentierter Tee, der in Formen wie Fladen oder Ziegel gepresst wurde - daher auch der Name Ziegeltee. Im Anschluss wird er eingelagert, damit er weiter oxidiert. Ähnlich wie bei einem Käse machen sich Bakterien und Mikroorganismen an diesem Tee zu schaffen und geben ihm seine Reife, umso länger er sich in diesem Prozess befindet.


Sind Kräuter, Roiboos und Co. jetzt ein Tee oder nicht, oder was?! 

Nein, sind sie nicht, wenn Du es ganz korrekt sagen möchtest. Denn es handelt sich hier nicht um die berühmte Teepflanze, die in Fachkreisen eifersüchtig diesen Namen verteidigt und für sich behält.

Alles was keine Teepflanze ist und auf Wasser trifft, ist immer noch ein schnöder "Aufguss". Sorry.

Aber wenn wir mal umgangssprachlich werden, dann sind wir wieder beim Tee gelandet, denn irgendwie ist alles, was Pflanze gepaart mit heißem Wasser ist, ein Tee für uns Normalos. Ist doch auch ok, oder?

Ich finde, dass unsere heimischen Kräuter es durchaus verdient haben, ganz offiziell als Tee zu gelten, wenn sie unsere Tasse mit heißem Wasser veredeln. Auch wenn ich dabei ganz unfachmännisch werde - so!

Was meinst Du?

Herbstgedanken 2018: leb ich noch oder blog ich schon...

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Meine Lieblingsjahreszeit ist da - der Herbst. Gerade zeigt sich die Natur in ihren schönsten Farben. Wichtig ist auch, dass bald das keltische Neujahrsfest ansteht: Samhain, am 31.10.

Das Ende des Jahreskreises steht bevor, die Natur beendet ihren Kreislauf, um dann in die Winterruhe zu gehen.




Es ist die Zeit der Reflektion und Innenschau - aber auch eine Zeit wo die letzten Arbeiten im Garten zu machen sind - besser gesagt: vorbereitende Arbeiten.

Klar ist: es wird arbeitsintensiv und toll. Aber im gleichen Atemzug habe ich mir überlegt:

Lohnt sich das Bloggen noch?


Gerade in dem Bereich Kräuter, Pflanzenkunde und Pflanzenverarbeitung gibt es fast nur noch kommerzielle Blogs.

Die Themen wie Food und Ernährung werden überschwemmt damit und so langsam ist irgendwie auch alles durchgekaut - im wahrsten Sinne. Irgendwie hat jeder mal ein Buch geschrieben, einen kleinen Onlineshop am Laufen oder Produkte im Dauertest.

Die Community der (guten) Privatblogger schmilzt dahin, vorallem seit die böse, böse Datenschutzgeschichte durch ist, haben viele Leute das Handtuch geworfen. Schade.

Lohnt sich bloggen denn noch für Normalos, die einfach Spaß dran haben und daraus kein Business machen?

Finanziell lohnt es sich überhaupt nicht - es gibt nichts dafür. Punkt.Zeitaufwändig ist es wie Bolle und eigentlich will man auch keinen Stress damit (das erklärt die Schliessung so vieler Blogs durch das Thema Datenschutz). Punkt.

Wenn der Spaß daran flöten geht und man sich selbst nur noch an der Follower-Zahl und an den Kommentaren festmacht, dann ist es wirklich Zeit damit aufzuhören. Dann ist der Grundgedanke zu bloggen einfach verloren gegangen. Wer aus finanziellen Gründen damit angefangen hat, kommt schnell an die Frustgrenze.

Allerdings vergessen viele Privatblogger etwas sehr Wichtiges:
 

Wer bloggt hat eine Stimme nach außen


Wir können über unsere Gedanken, Passionen und Wissen schreiben und dürfen so Menschen erreichen. Wenn wir uns darauf besinnen, weshalb wir eigentlich damit angefangen haben, kommen wir wieder zu neuen Ideen und neuen Werken.

Bloggen ist kreative Arbeit.

Wer nur einem Trend folgt, hat irgendwann mal nichts mehr zu berichten, wer seine Fotos nicht selbst macht, ist immer von der Arbeitsqualität eines Dritten abhängig, wer seine eigene Meinung und seine eigenen Erfahrungen nicht teilt, hat nichts zu teilen.

Wir müssen uns nicht immer neu erfinden, um im Trend zu sein, wir müssen auch damit leben können, dass nicht jeder das mag, was wir posten oder unser Blogstil nicht passt oder unsere Fotos kacke sind. Ist nicht schlimm.

Es muss uns selbst genug sein, dann kommt auch der Rest, Schritt für Schritt.

Warum ich weiterhin blogge


Herbal Kitchen Life entstand aus Neugier und Liebe zur Pflanzenwelt. Die Natur mit all ihren Facetten, das Gartenleben und die Verarbeitung der Pflanzen und die Freude am Kochen halten diesen Blog aktiv.

Wenn man mit völlig Fremden Menschen übers Essen spricht, bricht das Eis sofort. Toll, nicht wahr?

Das möchte ich gerne mit den Menschen teilen. Warum nicht ein kleiner Teil des großen Ganzen sein, dass Menschen die Neugier auf Natur behalten oder wieder entdecken?

Ist das nicht eine großartige Mission?

Als Privatbloggerin muss ich keine Schlagzahl an Followern nachweisen, um mit meiner Arbeit fortzufahren. Ich freue mich über Kommentare und über andere Blogger mit den gleichen Themen.

Hoffentlich gibt es bald wieder mehr davon.

Der Plan für 2018/2019


Ich möchte stärker auf die Pflanzenwelt eingehen, indem ich mit einem Herbarium beginne. Gerade mache ich einen Kurs im Botanischen Malen, was mir richtig Spaß macht und im Zuge dessen bin ich gerne bereit darüber zu berichten, bzw. euch meine Werke zu zeigen.

Im Garten wird sich sehr viel ändern. Unter anderem arbeiten wir gerade an einem Hangrosengarten. Der Kräutergarten wird erweitert und unsere Gemüsezucht kriegt ein neues Zuhause, nachdem der Sturm vor ein paar Wochen unserem armen Gartenhaus den Rest gegeben hat.

Freundlicherweise habe ich sehr viele Anfragen zu Produkt-Tests dieses Jahr erhalten. Ich wähle immer sehr genau aus, ob ich das mache oder nicht. Am Ende will ich hier tatsächlich Empfehlungen aussprechen, die ich als richtig erachte, und nicht, weil ich etwas umsonst bekomme. Deswegen lehne ich viele Anfragen ab. Das wird auch so bleiben. Darum bitte ich um Verständnis.

Der neue Jahreskreis wird schön und bunt und arbeitsreich. Aber das ist im Garten ja immer so. Sonst wäre es langweilig.
 

Danke an alle Leser/Innen


Ich bedanke mich herzlich bei allen die hier mitlesen und weiterhin mitlesen werden. Bei allen, die Kommentare hinterlassen und den Link zu meinem Blog teilen. Ihr seid meine Motivation und meine Inspiration und ich freue mich über jeden Einzelnen von euch.

Vielen lieben herzlichen Dank - auf einen tollen neuen Jahreskreis mit viel Brummen, Blüten und noch mehr Grünzeug!

Erntezeit: Kräuter & Blüten sammeln und trocknen

Sonntag, 30. September 2018

Das Tolle an meinem Garten ist, dass ich viele Kräuter rund um das Jahr ernten kann. Jetzt, wo es frostig wird, habe ich meine Parzellen etwas aufgeräumt und ausgedünnt, damit über den Winter hin sich die Pflanzen gut erholen können. Zudem möchte ich noch meinen Wintervorrat an Kräutern im Haus etwas aufstocken.

Was mache ich meinen geernteten Schätzchen? Hier ein kleiner Einblick in mein Hauskräuterregal.

Ernteregel No. 1: nimm nur so viel Du wirklich brauchst.

Wenn Du die Kräuter nicht entsprechend verarbeitest, macht es auch keinen Sinn eine Pflanze bis aufs Hemd abzuernten. Manchmal ist es notwendig, aber grundsätzlich solltest Du vorher wissen, was Du mit der Pflanze tun möchtest. 

Mein Tipp: ich nehme mir immer den Samstag als Gartentag, wo ich ernte und am gleichen Tag auch weiterverarbeite, zum Trocknen vorbereite oder einmache. Ich überlege mir immer vorher, was ich ich brauche, gehe meinen Vorrat durch und dann lege ich mit der Ernte los.

Die Kräuterschublade

Wenn ich die Kräuter geerntet habe, zupfe ich erstmal alle verwelkten Blätter weg und achte auf krabbelige Mitbewohner, die dann zum Umzug gebeten werden.

Du kannst die frisch geernteten Kräuter zu Sträußen binden und dann kopfüber aufhängen zum Durchtrocknen. Hat man früher so gemacht, ist auch heute noch der bewährte Klassiker um Kräuter zu trocknen.

Da ich nicht so viel Platz zum Hängen habe, schichte ich lieber. Ich habe Kräuterschubladen. Ich habe mir einen hölzernen Besteckkasten geholt, wo ich in jede Parzelle ein Küchentuch lege. darin lege ich dann die Kräuter zum Trocknen aus. Funktioniert genauso gut.



Ich kann es jedem empfehlen, sich mal so eine Schubladen-Trocknung zu basteln, ist einfach und effektiv.




Die letzte Rosenblüten für dieses Jahr. Meine White Lion Rose (ja, ich weiss, sie ist rose-farben) erstrahlt nochmals in all ihrer Schönheit. Aus den Blüten werde ich Seife machen, die Hagebutten sind für Tee.

Ein Tipp, wer frische Blumenblüten gleich verwenden möchte (z.B. in Öl einlegen: lasst die Blüten ein paar Stunden antrocknen, niemals gleich verarbeiten, vielleicht vorher ein bisschen Schütteln, um Tau oder Regentropfen zu entfernen. Der Grund, ist die Feuchtigkeit, die noch tiefer in den Blüten steckt (am Blütenstempel oder zwischen fleischigen Blättern). Würdest Du eine innen noch feuchte Blüte in Öl einlegen, kann sich leicht Schimmel beim Ölziehen bilden. Der sieht dann aus wie kleine, feine, weiße Schlieren im Öl. Bitte gleich entsorgen.

Lagerort & Lagerdauer

Grundsätzlich gilt für den Lagerort:
  • kühl, aber frostsicher
  • trocken
  • dunkel 

Das gilt für Blüten und Kräuter grundsätzlich. Um Aroma und Wirkstoffe beim Trocknungsprozess zu erhalten, ist es nicht gut, wenn man sie neben der Heizung oder im Küchenraum oder im Wintergarten zum Trocknen aufhängt/legt.

Ja, ich weiß, es sieht schon cool aus - ich finde das ja kultig, wenn man denkt, dass man gleich in die Küche einer waschechten Kräuterhexe kommt, aber den Kräutern zuliebe, bitte nicht.


Entweder kommt bei mir alles in die Schublade oder ins Körbchen. Einschubkörbchen sind auch sehr praktisch (siehe rechts). Das ist luftig und ordentlich und man spart sich ungemein Platz.

Wer keinen Keller hat, kann auch im Gartenhäusschen sich so eine Trockenecke einrichten. Solange es dort frostsicher ist, spricht nichts dagegen. Früchte und Beeren würde ich allerdings dort nicht lagern, sonst freuen sich die Mäuse über das Buffet.

Wer weder Gartenhaus noch Keller hat, sollte vielleicht einen Raum wählen, der recht kühl ist.

Lagerung in der Küche


Wenn Du Deine getrockneten Lieblinge dann zum Weiterverarbeiten in die Küche nimmst, solltest Du für einen ähnlichen Lagerplatz sorgen. Besten Lichtschutz erhalten die Kräuter, wenn Du sie z.B. in Braunglas aufbewahrst.

Wenn Du klassische Weißgläser hast (davon habe ich auf sehr viele), dann stell sie bitte in einen geschlossenen Schrank. Es wäre wirklich schade, wenn sie ganztags dem Tageslicht ausgesetzt wären, dann wäre Deine mühevolle Arbeit ganz umsonst.

Beschriften nicht vergessen




Wichtig ist auch, dass Du das Beschriften nicht vergisst.

a) Inhalt
hierbei muss es ja nicht der lateinische Name sein, aber wissen solltest Du es natürlich schon, was sich in dem Glas befindet. Ich gebe zu, manche Gläschen habe ich auch nicht beschriftet, da ich den Inhalt genau kenne und schnell verbrauche. Aber beim Rest bin ich sehr gewissenhaft.

b) Erntedatum
alles hat ein Verfallsdatum. Getrocknete Kräuter halten sich lange, aber zu lange ist auch nicht gut. Deswegen: mit aufs Glas schreiben oder ein kleines Büchlein für diesen Zweck anschaffen und dokumentieren.

Und wie lagerst Du Deine Pflanzenschätzchen? Ich bin gespannt, erzähl mal.


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